Acis et Galatée von 1686 war Lullys letztes vollendetes Bühnenwerk. (Achille et Polyxéne 1687 wurde von Colasse fertiggestellt) Es wurde im Schloß Anet für eine "kleine" Feierlichkeit des Herzogs von Vêndome zu Ehren des Dauphin aufgeführt.
Im Gegensatz zu den Tragèdies ist diese Werk eine Pastorale, sie Umfasst nur 3 Akte, aber das ist auch schon der ganze Unterschied. Hier wird wieder alles geboten was Lully so unwiederstehlich macht: Großartige Balletszenen und noch großartigere Chöre. Die Rolle des Polyphème (gesungen von Laurent Naouri) ist wohl neben Roland Lullys schönste Basspartie. Natürlich fehlt auch die große Passacaille nicht (mittlerweile das Standartstück bei den großen Wasserspielen in Versailles). Eine leichte Ähnlichkeit mit der Passacaille aus der Oper Armide ist nicht zu überhören, dennoch wohl eines der eindrucksvollsten Stücke Lullys. Die kleine Chaconne dürfte bekannter sein, ein Zeitgenosse beschrieb sie als das schönste Musikstück der Welt...
Jean Paul Fouchécourt (Acis) und Veronique Gens (Galatée) brauchen wohl kaum noch vorgestellt werden, in den Titelrollen zeigen sie absolutes Können. Les Musiciens du Louvre unter dem Dirigat von Mark Minkowski spielen äußerst diszipliniert und man merkt wie sehr sie Lully schätzen.
Daneben vergißt man förmlich Händels gleichnahmiges Werk.