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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ja, bist du gelähmt,
Von
Rezension bezieht sich auf: A Lullaby for the Devil (Audio CD)
Ich war schon seit dem überragenden "A Murder of Crows" Album ein Anhänger dieser Truppe, aber ich hätte ihnen nicht zugetraut die Qualität dieses Überwerks noch einmal zu erreichen. Schon gar nicht, nachdem der Vorgänger "The Dead Word" doch etwas geschwächelt hat. Aber Mainman Devon Graves hat sich zusammengerissen und ein Album rausgehauen, dass sich auch hinter All-Time-Klassikern der Progressive Metal Szene nicht zu verstecken braucht.Dead Soul Tribe präsentieren sich mit "A Lullaby for the Devil" um einen ganzen Zacken härter als gewohnt. Schon der wütende Opener "Psychosphere" bläst dem Hörer einmal kräftig die Rübe um, die nachfolgenden Songs gehen zumindest passagenweise in eine ähnliche Richtung. Wütend ist ein gutes Stichwort, denn Devon Graves scheint während des Songwritings auf irgendetwas/-jemanden mächtig angefressen gewesen zu sein. Auch textlich gehen einige Songs in eine eher ungewohnt agressive Richtung (Lost in you, Here Come the Pigs). Aber keine Angst, auch der Sound, den man bisher von Dead Soul Tribe gewohnt war, taucht auf diese Album auf. Vor allem das gefühlvoll-geniale "A Stairway to Nowhere" scheint eine Art Zusammenfassung des bereits angesprochenen "A Murder of Crows"-Albums zu sein: hypnotischer Gesang, schwebende Melodien in den ruhigen Passagen, unterbrochen von kräftigen Riffs. Devon Graves Stimme windet sich mal säuselnd-betörend, mal leidend, mal schreiend durch den Song. Kurzum: es gibt mächtig Gänsehautalarm. Psychotic Waltz Freunde wird es begeistern, dass Graves Querflöte wieder häufiger erklingt und zB im sechsminütigen Instrumental "The Gossamer Strand" fast permanent im Einsatz ist. "A Lullaby for the Devil" entführt den Hörer in eine unglaubliche Achterbahn der Gefühle, packt bereits bei den ersten Tönen des Openers zu und entlässt ihn erst mit dem letzten, titelgebenden Song wieder in die Realität. Bezaubernd, wunderschön, aber auch extrem düster und heavy ist es ausgefallen, die neueste Kreation des Musikgenies Devon Graves, ein Best Of der bisher besten Momente von Dead Soul Tribe mit einer großen Portion Neuorientierung. Einzigartigkeit wird aber nach wie vor groß geschrieben, denn die Band lässt sich nach wie vor mit keinem der gängigen Namen im Progressive Metal Zirkus (=Dream Theater, Fates Warning, ...) vergleichen. Wenn überhaupt eine Band zum Vergleich genannt werden muss, dann wäre das wohl Tool, denn mich persönlich hat seit deren letzten Album "10,000 Days" kein Album so sehr mitgerissen und das über die gesamte Spielzeit. Bis jetzt! Ein großartiges Album eines Mannes, der schon so lange dabei ist (das erste Psychotic Waltz Album liegt auch schon 17 Jahre zurück), aber uns noch immer jederzeit überraschen kann. Mehr kann man aber von einem Musiker auch nicht erwarten, glaube ich. Ganz groß! Pflichtkauf, die Scheibe könnte sogar für Leute interessant sein, die sonst eher einen Bogen um Progressive-Sachen machen. Gefrickelt wird nämlich woanders. Anspieltipps: Psychsphere, Here Come the Pigs, A Stairway to Nowhere und eigentlich alle anderen Tracks auch :-). Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
DEAD SOUL TRIBE - A LULLABY FOR THE DEVIL - Düsterer und Härter,
Von
Rezension bezieht sich auf: A Lullaby for the Devil (Audio CD)
Die neue DEAD SOUL TRIBE ist da, dieses Mal hatte sich DEVON GRAVES (alles Instrumente außer Schlagzeug) aber wirklich Zeit gelassen. Während früher im Jahresrhythmus neue DST-Alben rauskamen, hat es nunmehr fast zwei Jahre gebraucht, aber die Zeit hat sich gelohnt. Denn während sich andere Bands häufig nur noch selber kopieren, hat Herr Graves seiner Band eine Radikalkur und einen neuen (und manchmal wieder alten) Sound verpasst.Der Opener PSYCHOSPHERE ist das härteste Stück, das DST jemals auf einer CD veröffentlicht haben, manchmal fühlt man sich beim Hören an SEPULTURA oder SOULFLY erinnert, so brachial wird das neue Werk eröffnet, aber dann kommen wieder diese leicht hypnotischen Songstrukturen, zwischen schweren E-Gitarren, Piano- und Akustik-Gitarren-Klängen mit der verträumten Stimme des Herren GRAVES. GOOD BYE CITY LIFE wirft den Hörer in ein wahres Wechselbad der Gefühle, wie es manche Großstadt mit ihren schönen und manchmal auch weniger schönen Seiten tun kann. Und zwischendurch kommt sogar wieder die Querflöte zum Einsatz, auf die man seit einigen CDs so gut wie verzichten musste. Nein, A LULLABY FOR THE DEVIL ist keine leichte Kost, sondern im besten Sinne progressiv bis an die Schmerzgrenze, hier werden die Songstrukturen fein säuberlich aufgelöst und die losen Fäden dann wieder verknüpft, bis dem Hörer schwindlig wird. Alleine in die rund achteinhalb Minuten von GOOD BYE CITY LIFE packen DEAD SOUL TRIBE so viele verschiedene musikalische Ideen wie manch anderer nicht einmal in seiner gesamten Karriere zusammen bekommt (Hallo, Herr Bohlen, wir schauen gerade in Ihre Richtung), ehe es ohne Überleitung schon mit dem Angst-Einflössenden HERE COME THE PIGS weitergeht. Unterstützt von Drummer ADEL MOUSTAFA macht der Wahl-Wiener GRAVES die musikalische Büchse der Pandora auf und gießt die ganze Boshaftigkeit der Welt in ein einzelnes Stück Metal, das düsterer und härter nicht hätte ausfallen können. Musik zum Soundtrack des Wahnsinns. Aber wie man es von DEVON GRAVES mittlerweile gewohnt ist, es gibt keinen Schatten ohne nicht auch ein paar helle Momente. LOST IN YOU beginnt mit einem solchen hellen und einschmeichelnden Moment, ehe sich auch dieses Stück wieder in die Tiefe der Finsternis stürzt, wo es kein Licht zu geben scheint. Auf diese Weise verläuft fast das gesamte Album, ein Parforce-Ritt für das Gemüt des Zuhörers, der sich an manchen Stellen ernsthafte Sorgen um den Gemüts-Zustand von DEVON GRAVES macht. Aber bei Stücken wie STAIRWAY TO NOWHERE und dem Instrumental THE GOSSAMER STRAND (mit genialem Querflöten-Solo) überwiegt dann doch die Hoffnung und die Zuversicht. Natürlich gibt es auch auf diesem Album wieder Anleihen bei den Szene-Göttern von TOOL, denen DEAD SOUL TRIBE unbestreitbar musikalisch in gewisser Weise nahe stehen, die sie aber nicht kopieren. Es ist nur häufig eine ähnliche Stimmung, die beide Bands in ihrer Musik transportieren. Dabei sind DEAD SOUL TRIBE häufig straighter und musikalisch auch facettenreicher, denn auf den regelmäßigen Einsatz von Querflöte, Akustik-Gitarre oder Piano muss man bei TOOL noch warten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Auf zu neuen Ufern?,
Rezension bezieht sich auf: A Lullaby for the Devil (Audio CD)
Im Vorhinein gab es einiges zu lesen bzw. hören über den neuen Härtegrad, den Mr. Graves seinem 5. Album verpasst habe. Hört man sich den ersten Track an, so blickt man verwundert drein, reibt sich die Ohren und überprüft, ob dieses moderne, (zum Inhalt passend) kalte und vergleichsweise eintönige Wummern wirklich vom neuen DST Album stammen soll. Tut es. Diese ersten dreieinhalb Minuten sind eine echte Hürde für Fans, gleich wie offen sie eingestellt sind. Nicht einmal die bezaubernd jammrige Stimme des Masterminds prägt dieses Lied. Schock. Doch dann folgen mit Goodbye City Life achteinhalb Minuten dessen, was man an Dead Soul Tribe liebt, was man von dieser Band erwartet, und was einem in dieser Intensität und Abwechslung dennoch überrascht. Atmosphärisches Flötenspiel, Dynamik, genial verschrobene Melodien. Und diese Magie zieht den Hörer die nächsten Songs über in ihren Bann. Zwar tauchen immer wieder härtere Passagen auf, die in Fragmenten an das erinnern, was der erste Track bot, nur diesmal passend in "echte" Dead Soul Tribe Songs eingeflochten. Diverse interessante Sounds und Effekte garnieren die kleinen Werke, in jedem Titel passieren zahllose kleine Dinge im Hintergrund, man hat über lange Zeit was zu entdecken an diesem Album. Ich tue mir schwer damit, eine CD als die beste eines Künstlers einzuordnen, doch dieses düster-melancholische, teilweise aggressive Meisterwerk schreit gerade zu danach. Abwechslungsreicher als die Vorgänger, welchen es weiß Gott schon nicht an Variabilität mangelte, melodisch zwingender, aber zu keinem Zeitpunkt kommerziell oder gekünstelt. Mit Further Down findet sich zudem der wohl härteste, thrashigste Song der "Band" auf "A Lullaby For The Devil", kurz und knapp und geil. Lässt man die ersten 3 Minuten mal außer Acht, bleiben 50 Minuten, um unter dem Kopfhörer in einen einzigartigen Klangkosmos einzutauchen und sich darin zu verlieren. Jeder Fan braucht diese CD, Prog-Liebhaber sollten allesamt mal ein paar Minuten investieren, um sich in dieses Album reinzuhören, vor allem, wenn man Künstler wie Riverside oder Porcupine Tree mag. Definitive Empfehlung.
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