Mit den Star Wars Adventures ist Dark Horse nach dem Ende von Rebellion und Empire nun in die glorreichen Zeiten der klassischen Trilogie zurückgekehrt. Doch anders als diese beiden Reihen sind die Adventures einzelne für sich stehende Geschichten, ohne eine gemeinsame größere Handlung. Im nun schon dritten Adventures-Comic "Luke Skywalker and the Treasure of the Dragonsnakes" beleuchtet Tom Taylor ein ganz besonderes Adventure aus Lukes Jedi-Ausbildung.
Schon bei seiner Ankunft auf Dagobah hat Luke Skywalker Bekanntschaft mit einer der hinterhältigsten Kreaturen des Sumpfplanetens gemacht, ohne es zu wissen. Es ist der König der Drachenschlangen, der beinahe R2-D2 als Snack verschluckt hätte, ihn jedoch schließlich wieder ausspuckte. Seit dem wartet er auf seine Gelegenheit den wohl viel genießbareren Luke zwischen die Zähne zu bekommen. Doch der König hat Geduld, etwas womit der junge Skywalker noch nicht aufwarten kann. Luke kann nicht so recht glauben dass Meister Yoda mit seinem Leben auf Dagobah zufrieden ist und tatsächlich, es gibt etwas das sich Yoda wirklich wünschen würde, einen Schatz, der vom König der Drachenschlangen bewahrt wird. Um sich vor seinem Meister zu beweisen und ihm diesen Wunsch zu erfüllen beschließt Luke die Suche nach diesem Schatz aufzunehmen...
Offiziell werden die Adventures als für alle Altersklassen geeignet beworben, dennoch merkt man am Seitenumfang und Zeichenstil sehr schnell dass hier eher weniger anspruchsvolle Unterhaltung geboten wird, wie in The Clone Wars oder den diversen Jugendbüchern. Es mag aber auch an Autor Tom Taylor und dessen Plot liegen dass Treasure of the Dragonsnakes ein wenig lau daherkommt. Der Plot selbst kann wenig überraschen, man merkt sofort dass der Schatz den Luke sucht nur eine Finte Yodas ist um seinem Schüler etwas beizubringen, in dem Fall über das Gleichgewicht der Macht und dass sein Eintopf mit den richtigen Zutaten auch besser schmecken würde. Zugegeben, Taylor trifft den rätselhaft-amüsanten Yoda aus der klassischen Trilogie sehr gut, sodass es sogar schade ist dass er ihm nicht mehr Dialogszenen gegönnt hat. Das aber liegt zum einen Teil daran dass die Handlung ohnehin schon knapp bemessen ist (insgesamt macht der Band nur etwa 3 Einzelcomics aus), zum anderen daran dass Taylor einen sehr ungewohnten Stil pflegt. Schon im ersten Invasion-Handlungsbogen Refugees durfte man diesen Stil bewundern, der sich dadurch auszeichnet dass Taylor mehr auf eine Erzählerstimme als Dialoge setzt. Diese Dramaturgie kann man ihm im Falle von Treasure of the Dragonsnakes allerdings weniger übel nehmen, da die Drachenschlangen klarerweise sehr wenig zu sagen haben. Doch man Taylors Stil macht sich bemerkbar. Dabei sind Daxiongs Zeichnungen und Taylors Bildtexte sehr gut aufeinander abgestimmt und harmonieren stets, aber dadurch dass solche "bildliche" kommentierte Szenen sehr häufig vorkommen und gut ausgebaut sind, geraten doch die Dialoge ein wenig ins Abseits. Was sich in Refugees noch bemerkbarer machte, in Dragonsnakes aber kaum so auffällt ist auch dass Taylor seine Handlung zeitlich sehr eng setzt. In Dragonsnakes kein Problem, da Lukes Ausbildung ohnehin nicht allzu lange dauerte und man von einer Art "Wochenendabenteuer" ausgehen kann.
Dennoch gut gemacht, auch wenn man sich ein wenig mehr tiefsinnige Yoda-Szenen erwartet hätte. Eine in Hinsicht auf Kanon und Kontinuität sehr wichtige Szene bietet Yoda als er mit dem ihm sehr wohl vertrauten R2 über sein näher rückendes Ende spricht.
Fazit:
Für Sammler durchaus einen Blick wert, ansonsten aber eher wenig aufregend.