Teilen ist das Tollste auf der Welt - so jedenfalls ist die Moral von dieser Geschichte. Die Bilder sind ansprechend, keine Frage. Und auch die Geschichte ist nett erzählt: Lena kommt neu in eine Grundschulklasse, lernt dort Lukas kennen; und beide lernen, angestoßen durch die Frage der Lehrerin, was man so alles teilen kann: vom Pausenbrot über Spielsachen, eine dicke Erkältung, einen Wutausbruch bis hin zur Verantwortung für ein Tier oder einen anderen Menschen. Alles gut und schön - nur, dass die Sache mit dem Teilen gerade für kleine Kinder (nur für diese?) gar nicht so einfach ist. Das müssen die Zwerge bekanntlich erst einmal lernen; und Teilen fällt manchmal doch recht schwer. Gerade dieser Aspekt fehlt mir in der Kindergeschichte ganz: Weder Lena noch Lukas haben Probleme damit, etwas abzugeben. Meistens handelt es sich nämlich um Dinge, die sich relativ leicht teilen lassen. Selbst beim Spielzeug, wo man ja eigentlich 'Konfliktpotential' vermuten könnte, ist das Problem geschickt gelöst, weil es sich dabei offensichtlich um von den Kindern ausrangierten Kleinkram handelt. Wenn mans nicht ganz so negativ sieht, dann finden Kinder in diesem Buch einige Beispiele zum Teilen, die sie vielleicht nachahmen möchten. Fazit: Keine kritische Auseinandersetzung mit dem Thema, aber Anregungen, die zeigen, dass Teilen auch leichtfallen kann.