Kriegsfilme neigen oft dazu, ins Melodramatische abzudriften oder aber den Krieg als solchen zu glorifizieren. Regisseur Guy Hamilton hat diese Fehler weitgehend vermieden, wenngleich natürlich ein paar pathetische Sequenzen in der "Luftschlacht um England" auszumachen sind. Aber das liegt wohl am Produktionsjahr 1969.
Von der Besetzung her ist der Film stargespickt: Sir Laurence Olivier spielt den Chef der Royal Air Force, Air Chief Marshal Sir Hugh Dowding. Trevor Howard stellt Vizemarschall Keith Park dar. In weiteren Rollen agieren Michael Caine, Christopher Plummer und Curd Jürgens.
Zeitlich ist der Streifen zwischen Juli und Oktober 1940 angesiedelt. Nachdem die deutschen Truppen Frankreich überrannt haben, plant Hitler die Invasion Englands ("Operation Seelöwe"). Um den Boden für die Landung der Wehrmacht aufzubereiten, soll die Luftwaffe die britische Infrastruktur lahm legen und Terror unter der Zivilbevölkerung verbreiten, um eine rasche Kapitulation herbeizuführen. An Flugzeugen sind die Deutschen den Briten weit überlegen. Dennoch kommt es anders als man glaubt. Neben der neuen Radartechnik setzt Dowding vor allem auf seine Spitfire-Geschwader, die es mit den deutschen Messerschmitts aufnehmen können. Immer wieder greifen Stukas London an (als "The Blitz" bekannt) und bringen Zerstörung und Tod. Doch am Ende gelingt es den Briten, die deutsche Luftwaffe derart drastisch zu dezimieren, dass weitere Bombenangriffe eingestellt werden. Die Royal Air Force hat die Invasion Englands abgewehrt, was Premierminister Churchill zum Ausspruch hinreißt: "Niemals zuvor hatten so viele so wenigen so viel zu verdanken".
So weit zum geschichtlichen Hintergrund, dem "Luftschlacht um England" weitgehend authentisch gerecht wird. Die Bonus-DVD beinhaltet außerdem reichlich Material an historischen Aufnahmen bzw. Interviews mit Zeitzeugen,
Es mag vielleicht weit hergeholt scheinen, aber der Film erinnert in der Dramaturgie ein wenig an "Der Herr der Ringe". Es geht um den Kampf gegen einen zahlen- und gerätschaftsmäßig weit überlegenen Gegner, der nur zu besiegen ist, wenn alle zusammenhelfen und über sich hinauswachsen. Tatsächlich flogen in der Royal Air Force auch kleinere Einheiten aus Australien, Kanada, anderen Teilen des Commonwealth bzw. aus Polen und der Tschechoslowakei. Dowding selbst war Schotte, Park ein Neuseeländer. Gut möglich, dass J.R.R. Tolkien durch die am Boden miterlebte Luftschlacht um England einige Impulse für sein Epos erhielt.
Einen starken Kaufimpuls stellt das Steelbook dar, das an die metallne Beschaffenheit von Flugzeugen erinnert. Diesen Film im herkömmlichen Plastikcover zu erwerben wäre Stilbruch.