Der englische Luftfahrthistoriker Alfred Price verfolgt mit seinem Buch das Ziel, "ein Gesamtbild der Luftschlachten über Deutschland während des Zweiten Weltkrieges" zu vermitteln (vgl. Vorwort). Der Verlag sieht in seiner "Darstellung der strategischen Bombenangriffe" einen "Beitrag zur Geschichte der Militärluftfahrt" (S.215). Egal wie man es nennen mag: das Buch erfüllt auf beeindruckende Weise seinen Anspruch. Zunächst fällt die ausgewogene Betrachtungsweise des Autors auf. Er hält über die mehr als 200 Seiten seine neutrale Haltung durch. Konsequent werden z. B. fehlerhafte Strategien der alliierten Angreifer genauso aufgezeigt wie solche der Verteidiger. Dabei verliert Price nie die menschliche Dimension des Bombenkrieges, das Leid der auf beiden Seiten betroffenen Menschen aus den Augen. In Augenzeugenberichten werden immer wieder individuelle Schicksale vor Augen geführt. Daß der Verfasser dabei weniger auf das Leid der bombardierten Zivilbevölkerung eingeht, sollte ihm nicht zum Vorwurf gemacht werden. Er grenzt seine Analyse auf die Beschreibung der Angriffs- und Abwehrmaßnahmen ein. Im übrigen macht er immer wieder - bsw. bei der Schilderung des britischen Nachtangriffs auf Wuppertal (vg. S. 52f.) - auf den Schrecken in den angegriffenen Städten aufmerksam. Ein weiterer Vorzug des Bandes ist die allgemeinverständliche Erklärung waffentechnischer Entwicklungen z. B. im Radar-Bereich und strategischer sowie lufttaktischer Überlegungen. Das Ringen um Vorherrschaft zwischen Angreifern und Verteidigern tritt so greifbar vor Augen. Hierzu leisten auch die zahlreichen Fotos, Zeichnungen und Tabellen einen wertvollen Beitrag. Daß das Buch zudem flüssig geschrieben und gut lesbar ist, rundet den positiven Gesamteindruck ab. Am Ende seiner Analyse kommt Afred Price schließlich zu folgendem Fazit: "Die strategische Luftoffensive führte die Entscheidung zwar nicht allein herbei, doch leistete sie einen entscheidenden Beitrag zum Erfolg der alliierten Gesamtstrategie" (S. 200). Der Verdienst des Bandes ist, dies nachvollziehbar gemacht zu haben.