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Luftkrieg und Literatur Taschenbuch – 21. Juli 2009

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 168 Seiten
  • Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (21. Juli 2009)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3446234322
  • ISBN-13: 978-3446234321
  • Größe und/oder Gewicht: 12,5 x 1,3 x 20,7 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.2 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 2.998.562 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Luftkrieg und Literatur ist die Buchfassung einer Vorlesungsreihe, die W. G. Sebald an der Universität Zürich gehalten hat. Hauptthese und Kollektivvorwurf: Die deutsche Nachkriegsliteratur hat sich vor einer Thematisierung des Luftkrieges gedrückt. Von Ausnahmen abgesehen (Heinrich Bölls Roman "Der Engel schwieg", in den vierziger Jahren geschrieben und 1992(!) veröffentlicht; H. E. Nossacks Dokumentarerzählung "Der Untergang"), haben sich erst in den frühen Siebzigern Vertreter einer jüngeren Schriftstellergeneration diesem Phänomen zugewandt (Alexander Kluges Der Luftangriff auf Halberstadt am 8. April 1945; Hubert Fichtes Roman Grünspan).

Die literarische Verarbeitung des Luftkrieges bei Autoren wie Arno Schmidt, Peter de Mendelssohn, Hermann Kasack u.a., hält er wohl mit Recht für zu marginal, um seine These nachhaltig zu erschüttern. Der an jene gerichtete Vorwurf allerdings, "pseudoästhetische Effekte aus den Trümmern einer vernichteten Welt" zu produzieren, mag nun wohl etwas zu üppig dosierter polemischer Toback sein.

Die heftigen Proteste auf seine Vorlesung von Seiten der üblichen Verdächtigen auf der Linken und der naturgemäß unerwünschte Applaus auf der Rechten hat Sebald veranlaßt, der Buchveröffentlichung noch eine ergänzende Antwort an Gegner und falsche Freunde beizufügen.

Als Schmankerl zum Schluß, von der Sache her vielleicht nicht ganz logisch, bietet uns Sebald noch einen Essay über Alfred Andersch als Beispiel für Eitelkeit, Selbstüberschätzung und Anmaßung eines ansonsten durchaus sympathischen Autors. Wer die halbwegs deftige, aber grundsätzlich an der Sache interessierte Polemik schätzt, wird an diesem Buch seine Freude haben. Das Thema verdient in jedem Fall Interesse. --DTH -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Der Verlag über das Buch

Als W. G. Sebald im Herbst 1997 seine Thesen zu Luftkrieg und Literatur an der Züricher Universität vortrug, war das Echo unerhört. Sebald sprach über »die Unfähigkeit einer ganzen Generation deutscher Autoren, das, was sie gesehen hatten, aufzuzeichnen und einzubringen in unser Gedächtnis«. Wichtiger als die Schilderung der realen Verhältnisse sei ihnen die Wiederherstellung ihres eigenen Selbstverständnisses gewesen. W. G. Sebalds provozierender Angriff erscheint hier zum ersten Mal, ergänzt durch einen Essay, mit dem der Autor auf die erregten Diskussionen antwortet. -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen

21 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Philippe Wampfler am 18. Dezember 2002
Format: Taschenbuch
Sebalds verschlungenen und verdichteten Werke wollen nicht eine Öffentlichkeit in ihren Bann ziehen. Sie fordern einen aufmerksamen, geduldigen Leser, der sich einbringt.
Luftkrieg und Literatur behagt dem gleichen Typ Leser. Gleichzeitig hat sich Sebald ein Thema aufgedrängt, das für eine breite Öffentlichkeit von Bedeutung ist. Wenn man Sebald nicht genauer kennt, ist es nicht ganz einfach, seinen Gedankengängen und seinen subtil-ironischen Beurteilungen zu folgen.
Im Grossen und Ganzen aber ist die Arbeitsweise von Sebald schlicht ergreifend: Er strebt nicht nach einer verstaubten Wissenschaftlichkeit, sondern lässt sich von dem, was er berichtet, ergreifen. Er greift Details heraus und arbeitet sie aus, um andere Zusammenhänge ganz auszublenden.
Man kann nur den Hut ziehen vor seiner Art, Leid sichtbar zu machen, ohne dabei falsche Schuldzuweisungen vorzunehmen. Gerade im Umgang mit allen Ereignissen ist es ungeheuer schwierig, die nötige Sensibilität aufzubringen. Sebald ist einer der wenigen, der sie gehabt hat.
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15 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Bernhard Lassahn am 14. September 2004
Format: Taschenbuch Verifizierter Kauf
Hier wird „aus großer Höhe" (wenn ich mal so sagen darf) über einen langen Zeitraum reflektiert und auf hohem Niveau ein bedeutendes Versagen der deutschen Nachkriegsliteratur konstatiert. In diesen Züricher Vorlesungen offenbart sich W.G. Sebald gleichzeitig als lebendiger Literat, der anschauliche Einzelheiten ausgesucht hat, die man nicht wieder vergisst. Man möchte sofort mehr von ihm lesen - und ihn auch als Erzähler kennen lernen. Mir hat das Buch die Augen geöffnet. Mir ist klar geworden, dass wir erst am Anfang einer Aufbereitung der Vergangenheit stehen, die auch vorher gar nicht stattfinden konnte. Mir war nicht mal das Ausmaß, nicht mal die wahre Größenordnung der Katastrophe bewusst gewesen, obwohl ich bisher auch nicht gerade blind und taub durch Deutschland gereist bin und selber über die Verdrängungs-Mechanismen nachgedacht habe - ihnen aber gleichwohl erlegen bin. Insofern bin ich diesem Text richtig dankbar. Auch die bekannten kunstvoll überhöhten Verarbeitungen (insbesondere bei Alfred Andersch - und darüber hinaus durch die gesamte Gruppe 47) erscheinen in einem neuen Licht. Ja, es besteht sogar die Gefahr, dass einige Leser Alfred Andersch nach der Lektüre dieses Buches gar nicht mehr mögen.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 6. Dezember 1999
Format: Gebundene Ausgabe
Sebald führt in seinen, nun auch nachbearbeiteten Buch (mit Ledigs "Vergeltung", die auch deswegen wieder erschienen ist) in ein wichtiges, von der Literatur wirklich vergessenes Thema ein. Leider sind die Verweise für die Buchform eher löchrig, und die Hinweise meist auch zu knapp umrissen. Mir persönlich fehlen in der Auflistung zum Beispiel völlig Remarque (Zeit zu leben...) und andere die aus der kurzen Distanz sich des Themas annahmen. Fazit: Thema brilliant gewählt - als Buch zu undeutlich.
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2 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Jörg Beckmann am 25. September 2013
Format: Taschenbuch
Wer wie ich - wenn auch als einer von Hitlers-Pimpfen - damals den Bombenkrieg - ein Glück - überlebt hat, will bei so viel gekünstelter, ja auch klug gekünstelter Seebald`scher Beschreibung - nur wenig verstehen. Dieses wunderbare Papier-Deutsch, wenn es um unsere grausigen Ängste und Erlebnisse geht. Dieses herrlich abwägende Urteil, das geradezu litera-cool Böll und andere zitiert. Ja,dieses Urteil, das zitiert, doch nicht begriffen hat, jedenfalls nicht nachempfinden kann, was das war, dieses Morden aus der Luft als Antwort auf all die Nazi-Grausamkeiten...und das blieb ja in Wahrheit und in der Historie vorwiegend dieser Bombenkrieg gegen Zivilisten: ein militärisch offenbar notwendiger Krieg...obwohl unendliche viele Frauen und Kinder unter den Opfern waren...Kurzum: Da hat ein kluger Mann zwar alle Bücher zum Thema gelesen...doch die Ängste und Leiden der Opfer nicht mit der eigenen, sonst doch so kritischen Sprache fassen können.
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4 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich Von Ein Kunde am 17. Mai 1999
Format: Gebundene Ausgabe
Wenn man Sinn und Mut hat sich mit neuen Aspekten auseinanderzusetzen dann ist dieses Buch interssant und kurzweilig zu lesen. Vorrauszusetzen ist zeitgeschichtliches und literaisches Wissen. Gute Aufmachung des Buches, angenehmes Format, ein wenig teuer.
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