Es handelt sich bei diesem Buch im Prinzip um eine Doppelbiographie von Popper und Wittgenstein, deren Leben (vielleicht ein bisschen hingetrimmt) als geradliniger Konfrontationskurs beschrieben wird, bis zum Showdown im Oktober 1946 bei der ersten und einzigen Begegnung der beiden, diese Feuerhakengeschichte eben. Wittgenstein wird beschrieben als der souveräne und geniale Alleskönner aus reichstem Elternhaus, immer eine Schar gleichgekleideter Jünger im Schlepptau. Popper dagegen ist ein Emporkömmling, ehrgeizig, eitel und nachtragend. Obwohl als Philosoph ein Leben lang der Wahrheitsfindung und der Meinungsvielfalt verschrieben, mogelt er in seiner Biographie und macht Diskussionsgegner gnadenlos nieder. Man sieht schon, die Sympathien in dem Buch sind einseitig verteilt. Leider kommt es bei der Konfrontation der beiden garnicht richtig zum argumentativen Schlagabtausch, weil Wittgenstein nach kurzer Zeit eingeschnappt den Raum verlässt.Das gibt Raum für ein Abschlusskapitel "Wer hat denn nun gewonnen?"
Das Buch ist sehr kurzweilig zu lesen mit vielen interessanten Geschichten, die man normalerweise nicht in den Philosophiebüchern findet. Natürlich ist es kein Lehrbuch über die Philosophien, aber man kriegt eine Idee davon. Allerdings frage ich mich, wie weit weg von der Realität diese beiden "Vordenker" waren, die sich 1946 allen Ernstes erbitterte Gefechte über die Frage liefern konnten, ob es "Probleme" überhaupt gibt oder ob es sich nur um sprachliche Missverständnisse handelt!