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Wie Ludwig Wittgenstein Karl Popper mit dem Feuerhaken drohte: Eine Ermittlung
 
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Wie Ludwig Wittgenstein Karl Popper mit dem Feuerhaken drohte: Eine Ermittlung [Taschenbuch]

David J. Edmonds , John A. Eidinow , Suzanne Annette Gangloff , Angela Schumitz , Fee Engemann
3.8 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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Aus der Amazon.de-Redaktion

Anekdoten werfen manchmal ein grelleres Licht auf weit reichende intellektuelle Kontroversen als die nüchterne Betrachtung der zur Debatte stehenden Fragen selbst. In ihnen findet der Ernst und die Unversöhnlichkeit solcher Differenzen gleichsam persönliche Gestalt und wird dadurch greifbarer. Karl Popper und Ludwig Wittgenstein waren außergewöhnliche Erscheinungen der Philosophie des vergangenen Jahrhunderts. Wenn sie aufeinander treffen sollten -- ein einziges Mal kam es zu solch einem Treffen, nämlich am 25. Oktober 1946 in Cambridge zu einem Vortrag Poppers vor dem Moral Science Club -- dann müsste man sich auf mehr gefasst machen als auf eine der üblichen akademischen Abendveranstaltungen.

Beide, Wittgenstein und Popper, waren als ebenso unerbittliche wie ungeduldige Diskutanten gefürchtet. So kann es kaum überraschen, dass das Treffen mit einem Eklat endete: Wittgenstein verließ nach einem kurzen Wortgefecht lautstark den Raum. Popper hatte in seiner Autobiografie eine Version der Ereignisse geliefert, bei der ein Schürhaken, mit dem Wittgenstein ihn bedroht haben soll, eine nicht unerhebliche Rolle gespielt hat. Doch hat Wittgenstein ihn wirklich mit dem Schürhaken bedroht? Und wenn nicht, warum hat Popper so großen Wert darauf gelegt, dieses Treffen auf solche Weise zu stilisieren?

Diese Frage nehmen die beiden Autoren zum Anlass um die Wege nachzuzeichnen, die die beiden Philosophen schließlich in das schlecht beheizte Zimmer in Cambridge an jenem Abend zusammenführten. Selbstverständlich erfahren wir auch am Ende nicht, was wirklich in Raum H3 geschah. Es interessiert auch gar nicht mehr, weil die Anekdote längst zum Sinnbild für die Konfrontation zweier philosophischer Selbstverständnisse geworden ist. Ergebnis ist jedenfalls ein unterhaltsam zu lesendes und auch für Laien verständlich geschriebenes Kapitel Philosophiegeschichte. Wittgenstein hätte es wohl verurteilt, weil er das Anekdotische, asketisch und ernsthaft wie er war, als belanglos verachtet hätte. Popper hätte sich seinerseits über den Versuch, seine Eitelkeiten psychologisierend zu demaskieren auch nicht unbedingt gefreut. Der Nichtphilosoph kann sich wiederum daran ergötzen, dass es auch in den Sphären des Geistes allzu menschlich zugeht. --Jens Kertscher -- Dieser Text bezieht sich auf eine vergriffene oder nicht verfügbare Ausgabe dieses Titels.

Kurzbeschreibung

Ludwig Wittgenstein und Karl Popper trafen sich ein einziges Mal, und es endete böse. In einer historisch-philosophischen Recherche erzählen die beiden Atoren die gGeschichte dieser Begegnung und decken auf, was am 25. Oktober 1946 wirklich geschah.

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Kundenrezensionen

Die hilfreichsten Kundenrezensionen
17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
In diesem Buch wird in spannender und fazinierender Weise die Geschichte und die Geschichten der Philosopie und Ihrer Protagonisten am Ende des 19. Anfang des 20. Jahrhunderts nachgezeichnet. Das Hauptaugenmerk liegt augenscheinlich auf einer Recherche zu einer Konfliktsituation zwischen L. Wittgenstein und K. Popper. Diese Investigation dient aber am Ende "nur" als Roter Faden, um die viel spannendere Popper-Wittgenstein-Problematik mit Ihren unterschiedlichen Charakterären und Ihren unterschiedlichen Auslegungen der Philosophie bzw. der Wissenschaftstheorien zu beleuchten. Darüber hinaus ist dies auch die Geschichte der deutschen bzw. österreicher StaatsbürgerInnen jüdischer Abstammung. Deren Schicksale in beklemmender (nichtdeutscher) Klarheit nacherzählt werden. Alles in allem ein absolutes "Strong buy"
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18 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Es handelt sich bei diesem Buch im Prinzip um eine Doppelbiographie von Popper und Wittgenstein, deren Leben (vielleicht ein bisschen hingetrimmt) als geradliniger Konfrontationskurs beschrieben wird, bis zum Showdown im Oktober 1946 bei der ersten und einzigen Begegnung der beiden, diese Feuerhakengeschichte eben. Wittgenstein wird beschrieben als der souveräne und geniale Alleskönner aus reichstem Elternhaus, immer eine Schar gleichgekleideter Jünger im Schlepptau. Popper dagegen ist ein Emporkömmling, ehrgeizig, eitel und nachtragend. Obwohl als Philosoph ein Leben lang der Wahrheitsfindung und der Meinungsvielfalt verschrieben, mogelt er in seiner Biographie und macht Diskussionsgegner gnadenlos nieder. Man sieht schon, die Sympathien in dem Buch sind einseitig verteilt. Leider kommt es bei der Konfrontation der beiden garnicht richtig zum argumentativen Schlagabtausch, weil Wittgenstein nach kurzer Zeit eingeschnappt den Raum verlässt.Das gibt Raum für ein Abschlusskapitel "Wer hat denn nun gewonnen?"
Das Buch ist sehr kurzweilig zu lesen mit vielen interessanten Geschichten, die man normalerweise nicht in den Philosophiebüchern findet. Natürlich ist es kein Lehrbuch über die Philosophien, aber man kriegt eine Idee davon. Allerdings frage ich mich, wie weit weg von der Realität diese beiden "Vordenker" waren, die sich 1946 allen Ernstes erbitterte Gefechte über die Frage liefern konnten, ob es "Probleme" überhaupt gibt oder ob es sich nur um sprachliche Missverständnisse handelt!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Kunterbunt 13. April 2011
Von Geopardin
Format:Taschenbuch
Edmonds und Eidinow beschreiben die Zeit und aus einer eher "Hören-Sagen" Perspektive heraus in einer Kurzfassung der Leben und Werken von Wittgenstein und Popper - soweit es Gemeinsamkeiten aufweist. Gegeben werden Einblicke in das Leben in der damaligen Zeit.
Nach dem Lesen der Wittgenstein -Biography von Ray Monk wirkt es auf mich eher oberflächlich und auch bezogen auf inhaltliche Informationen (z.B. zum Nummerierungssystem des Tractatus) nicht als unbedingt verlässliche Quelle zu Wittgenstein'schem Denken.
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