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Ludwig II erzählt die letzten Jahre König Ludwigs und hierbei wird größtenteils genau nach geschichtlichen Vorlagen gearbeitet. Higuris unvergleichlicher Stil, ihr Sinn für Details hauchen dem Manga Leben ein und man fühlt sich binnen kürzester Zeit in das Leben vor knapp 150 Jahren versetzt. You Higuri reiste sogar nach Deutschland, um sich die Schauplätze anzusehen. Die Legenden und Geschichten, die sich um den bayrischen König ranken sind auch heute noch ein beliebtes Thema und Higuri hat selbst interpretiert, was passiert sein könnte, als Ludwig ertrank...
Wie so vieles von Higuri sollte man dieses Werk aber nicht als historisches Faktum betrachten, sondern als historische Fantasie. Die Unterschiede zwischen real existierenden Personen und deren Manga Alteregos sind beim einen riesig, beim anderen könnte man sagen, ist die Umsetzung nicht mal so schlecht gelungen.
Hauptsächlich wirft die Geschichte ihren Augenschein auf die Beziehung zwischen Ludwig und Hornig, die man im realen Leben ja nie wirklich nachweisen konnte. Hornig hat die Mangaadaption am Schlimmsten getroffen. Der echte ist nämlich 4 Jahre älter als Ludwig und sieht gänzlich anders aus, während dieser hier eindeutig viel jünger und feminin-weinerlich ist, was sich in der Realität auch ganz anders abgespielt haben dürfte.
Ludwig selbst unterscheidet sich ein wenig vom echten Bayernkönig, wie man ihn aus Biographien kennen könnte. Zwar galt er als gefühlsmäßig schwierig, aber er wird nirgends als dermaßen arroganter, blasierter und gehässiger Sadist beschrieben, wie er hier im Manga dargestellt wird (um seine Gefühle zu verbergen).
Albert Niemann ist hier im Manga ein Teufel, bzw. Dämon und würde sich beim Lesen des Manga vermutlich im Grabe umdrehen. Niemann war Tenor und Schauspieler, aber kein androgyner Beelzebub, wie ihn uns Higuri hier anpreist.
Manche Ereignisse im Manga spielten sich tatsächlich so ab, manche sind frei erfunden, allen voran das Ende. Da das Ereignis, dass sich dort dann abspielt, aber ohnehin nie geklärt werden konnte, nehme ich es Higuri nicht übel, dass sie es so interpretiert hat.
Schön sind die lyrischen Texte im Manga und teilweise auch Ludwig Innenleben.
Mein Fazit: Higuri hätte sich mehr an Fakten halten und auch diverse Charakterdesigns nicht so derart abändern sollen, denn als Geschichtsstunde kann man das Werk wirklich nicht betrachten. Ansonsten würde ich die Geschichte vor allem Yaoi-Fans ans Herz legen, weniger aber Historikern und Ludwig-Fans.
Auch der Zeichenstil ist, so wie wir ihn kennen und lieben gelernt haben, detailgetreu, fein und von immer wieder überraschender Schönheit- You Higuri ist eine Meisterin in ihrem Fach, und das zeigt sie auch in diesem außergewöhnlichen Buch.
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