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Ludovico Ariosts Rasender Roland nacherzählt von Italo Calvino
 
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Ludovico Ariosts Rasender Roland nacherzählt von Italo Calvino [Gebundene Ausgabe]

Italo Calvino , Ludovico Ariosto , Johannes Grützke , Burkhart Kröber
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 444 Seiten
  • Verlag: Eichborn; Auflage: Numerierte und limitierte Ausg (2004)
  • Sprache: Italienisch, Deutsch
  • ISBN-10: 3821845457
  • ISBN-13: 978-3821845456
  • Größe und/oder Gewicht: 21,6 x 13 x 3,2 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 266.815 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Niemand wütet schöner! Schade, daß keiner mehr Ariosts Meisterwerk kennt! Der Grund liegt auf der Hand: gerade die virtuosen Verse sind es, die jedem Zuhörer süß ins Ohr rinnen - aber wer traut es sich heute noch zu, seitenlang solche betörenden Stanzen zu lesen? Italo Calvino ist es, der uns ebenso sanft wie entschlossen an die Hand nimmt und durch die Fabelwelt des Orlando furioso führt. Er kann das, weil er ein geborener Erzähler ist, weil er auf seine Art ebenso zaubern kann wie Ariost. Es ist ein phantastischer Kosmos, der sich so erschließt. Auf den ersten Blick geht es um den Kampf zweier Kulturen: Ein islamisches Heer steht vor den Toren von Paris, und die christlichen Ritter verteidigen das Abendland. Aber der Autor nimmt den Glaubenskrieg, der zu seiner Zeit schon vier Jahrhunderte zurückliegt, nicht besonders ernst. Er erzählt ein Märchen, in dem, neben Magiern, Feen und Monstern die streit-, abenteuer- und liebessüchtigen Menschen seiner eigenen Zeit die Hauptrolle spielen . Das alte Ritterwesen existiertnicht mehr. Egoisten sind es, Verrückte, Einsame, die sich mit der Anarchie und dem Chaos der Renaissance herumschlagen. Die Handlung wuchert, verzweigt sich, irrt im Zickzack umher. So entsteht ein grandioses, farbenprächtiges Panorama "ein Universum für sich, in dem man kreuz und quer umherreisen und sich verlieren kann".

Über den Autor

Italo Calvino wurde 1923 in Santiago de las Vegas/Kuba geboren, wuchs in San Remo auf und kämpfte im Zweiten Weltkrieg als Partisan gegen die Deutschen. Nach seinem Studium der Agrarwissenschaften, Philosophie und Literatur war er einige Jahre als Lektor bei dem italienischen Verlag Einaudi beschäftigt. Danach lebte er als freier Schriftsteller in Rom, Paris und in Siena, wo er 1985 starb. Sein Werk wurde in alle Weltsprachen übersetzt und mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Viele von Calvinos Büchern sind heute in Italien Volksgut und Schullektüre.Johannes Grützke, geboren 1937, studierte bis 1964 an der Hochschule für Bildende Künste, Berlin. 1973 gründete er gemeinsam mit Manfred Bluth, Matthias Koeppel und Karlheinz Ziegler die "Schule der neuen Prächtigkeit". Grützke erhielt zahlreiche Auszeichnungen und wurde 1987 beauftragt, für die Paulskirche ein Wandbild zu erstellen. Das monumentale, 32 m lange Rundbild heißt "Der Zug der Volksvertreter" und wurde 1991 der Öffentlichkeit vorgestellt. Ende der 80er Jahre entwarf Grützke zahlreiche Bühnenbilder für Inszenierungen Peter Zadeks in Berlin, Hamburg und Wien.
Johannes Grützke ist Professor an der Nürnberger Kunstakademie. Er lebt und arbeitet in Berlin und Nürnberg.

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22 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Schulthe, Hendrik VINE™-PRODUKTTESTER
Der "Orlando furioso" (Rasender Roland) von Ariost ist eines der großen italienischen Ritterepen in einigen hundert Stanzen. Der schiere Umfang dieses Epos und der Umstand, daß darin Bezug auf viele Ereignisse genommen wird, die nur dem damaligen Leser ohne weiteres geläufig gewesen sein dürften, macht ihn als Lektüre eigentlich eher unzugänglich. Umgekehrt ist er dafür schon 1823 in bestechender Weise aus dem (z.T. wohl recht umgangssprachlichen) italienischen Original ins (dann eben auch z.T. eher umgangssprachliche) Deutsche übersetzt worden.

Der italienische Autor und Lektor Italo Calvino hat sich seinerzeit daran begeben, das umfangreiche Werk auszugsweise dem zeitgenössischen Leser nahebringen zu wollen - ein Sakrileg in den Augen vieler Literaturmenschen.
Aber das Konzept funktioniert: nicht nur führt Calvino kundig und mit Augenzwinkern durch die z.T. recht abstrusen Handlungsversponnenheiten des Werkes und erklärt sehr nachvollziehbar, warum dieses und jenes diese und jene Wendung nimmt, er läßt dennoch dem Epos selbst in langen Auszügen genug Raum, seine eigene Sprachgewalt zu demonstrieren und zu entfalten. Man kann diesen Extrakt des Orlando furioso so weniger als "Lightversion" begreifen, vielmehr als eine gelungene Würdigung und Einführung, die sich um vieles spannender und lebendiger liest als jede akribische Übersetzung mit aberhunderten von Fußnoten. Denn dieses Epos ist ein Werk, dessen Entstehungsgeschichte und -kontext eine nicht unwesentliche Facette des Werkes selbst ist (nicht immer der Fall bei Klassikern). Ohne die Kenntnis des Umstandes, daß Ariost Diener eines Herrscherhauses war, daß seine Ahnenreihe auf zwei Figuren des Orlando furioso zurückverfolgte, bleiben z.B. manche Wendungen eher unverständlich.

Zuletzt: Die Ausgaben der Anderen Bibliothek sind ja eigentlich immer Augen- & Handfreuden. Umso unverständlicher erscheint es mir, daß dieser Band schon als zweiter (nach Bringsvaerds "Die wilden Götter") mit den m.E. äußerst mäßigen Illustrationen J. Grützkes angereichert wurde, die wie motivierte Krakeleien eines Mittelschülers wirken statt wie von kompetenter Hand angefertigte sparsame Bildornamente. Dafür muß ich leider einen Stern abziehen.

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