Kurzbeschreibung
»Die Renaissance wird ewig eines der größten psychologischen Probleme der Zivilisation bleiben: schon wegen der tiefen Widersprüche, welche sie hier ganz naiverweise, dort mit dem vollen Bewußtsein des Unmöglichen vereinigte, und wegen des dämonischen Zuges, der durch ihre Charaktere geht. Alle Kräfte, alle Tugenden und Laster wurden in ihr vom fieberhaften Verlangen nach dem Genusse von Geist, Schönheit, Macht und Ruhm in Bewegung gesetzt. Mit einem Kulturbacchanal hat man die Renaissance verglichen; blickt man in die Antlitze dieser Bacchanten hinein, so verzerren sich dieselben, wie die der Freier beim Homer, welche ihren Untergang ahnen. Denn diese Gesellschaft, diese Kirche, diese Städte und Staaten, diese gesamte humanistische Kultur taumeln dem Abgrunde zu, der sie unrettbar verschlingen wird.«
Über den Autor
Ferdinand Gregorovius (1821-1891) studierte in Königsberg zunächst Theologie, dann Philosophie und Geschichte. In seinen frühen Dichtungen beschäftigte er sich mit historischen Themen. Seine späteren Reiseberichte 'Wanderjahre in Italien' woraus auch die 'Idyllen vom baltischen Ufer' stammen, schlagen eine Brücke zwischen seiner ostpreußischen Heimat, aus der Gregorovius stammte, und der geistigen Heimat, in der sein Lebenswerk seine Erfüllung fand.