127 von 130 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
"Ich dachte nicht, dass Sie er wären. Ich dachte, er wäre Sie.", 9. März 2009
Hin und wieder kommt es vor, dass man einen Film empfohlen bekommt, von dem man zuvor noch niemals etwas gehört hat.
Mir geht es in solchen Fällen dann zumeist so, dass die Skepsis die Oberhand gewinnt; schließlich - so der Eindruck - wird es ja schon triftige Gründe haben, dass ein Streifen sang- und klanglos an einem vorübergegangen und in irgendeiner Versenkung verschwunden ist.
Als mich ein Bekannter auf "Lucky # Slevin" ansprach, erntete er denn auch zunächst nur ablehnende Irritation: Lucky wer? Was soll das sein?
Worum genau es in dem Film ging, konnte - oder wollte - er mir nicht näher erläutern; ich erfuhr lediglich, dass ein scheinbar x-beliebiger junger Typ aufgrund einer Verwechslung in allerlei mafiöse Verwicklungen und Schwierigkeiten gerät, die ihm zunehmend über den Kopf wachsen und ihn ebendiesen gar zu kosten drohen.
Nun ja, immerhin schien - mit Bruce Willis, Morgan Freeman, Ben Kingsley, Lucy Liu und Josh Hartnett - ein ganzes Ensemble bekannter Kinogrößen mitzuspielen, also ließ ich mich, Skepsis hin oder her, letztlich breitschlagen und willigte in einen entsprechenden DVD-Abend ein.
Seit besagtem Abend habe ich, und das schreibe ich aus voller Überzeugung, einen neuen absoluten Lieblingsfilm.
Damit kein falscher Eindruck entsteht:
Es fällt mir alles andere als leicht, einem Streifen volle fünf Sterne zuzugestehen. Für einen notorischen Nörgler und Quengler aus Passion, wie ich zugegebenermaßen einer bin, findet sich nahezu immer eine willkommene Angriffsfläche für mehr oder minder umfangreiche Negativkritik; es gibt ständig etwas anzumerken, einzuschränken oder tadelnd zu kommentieren.
In all diesen Punkten jedoch hat "Lucky # Slevin" mir einen derart rigorosen Strich durch die Rechnung gemacht, wie es binnen vieler Jahre kaum einem anderen Film gelungen ist; der Streifen hat mir in solch furioser Weise jede Motivation für Schmähungen und Relativierungen ausgetrieben, dass es mir nach dem ersten Anschauen regelrecht die Sprache verschlagen hat.
Ebendiese ist im Übrigen, apropos, ein essentieller Bestandteil des Films.
Das Drehbuch dieses mitreißenden Thrillers ist nicht nur in dramaturgischer Hinsicht fulminant ausgearbeitet und die Handlung bis hin zum buchstäblich atemberaubenden Finale grandios komponiert - vor allem die Dialoge sind es vielmehr, die den Zuschauer packen, fesseln und nicht mehr aus ihren Fängen entlassen. Sprachwitz und rhetorische Kapriolen, intelligente Gesprächswendungen und vielschichtiger Humor lassen bei jedem Filmliebhaber, der Wert auf halbwegs passable Dialoge legt, das Herz höher und höher schlagen:
"Das war mein Sohn. Verstehen Sie, ich habe gesagt 'war'."
"Ja."
"...Weil mein Sohn tot ist. Ermordet. In die Vergangenheitsform geschickt. Vom einem Ist zu einem War. Noch vor dem Frühstück."
Zugleich jedoch driftet das Drehbuch nicht in bemüht intellektuelles Dozieren ab; stattdessen ist es oftmals die beispiellose Liebe zum Detail, welche selbst scheinbar belanglose Unterhaltungen zu kleinen Sternstunden filmischer Unterhaltung werden lässt. Auf diese Weise gelingt es dem Streifen, seinen Figuren eine ganz besondere Form von Charme zu verleihen, nämlich eine smarte Coolness, die sich jedoch nicht - wie in anderen Thrillern häufig anzutreffen - aus testosteron-strotzenden Machoplatitüden, sondern aus feinsinnigem Esprit speist:
"Also, machen wir es kurz."
"Den Zeitpunkt haben wir längst verpasst!"
Und wenn der Protagonist des Streifens, Slevin, mit seiner Freundin Lindsey unbeschwert über den mutmaßlich besten James Bond-Bösewicht und den seiner Meinung nach überzeugendsten Agenten-Darsteller aller Zeiten philosophiert, dann mag das dem ein oder anderen unspektakulär erscheinen - doch gerade diese Art herrlich komponierter Dialoge hat etwas so unaffektiert Natürliches, dass sie sich ohne Frage genau so auch im realen Leben finden könnte, was den Zuschauer den Charakteren erstaunlich nahe bringt.
Auffällig generell: Während im Zuge der deutschsprachigen Synchronisation von Filmen zumeist viele sprachliche Bonbons der Originalfassung verlorengehen, gelingt "Lucky # Slevin" mit dem genauen Gegenteil dessen ein ausgesprochen seltenes Meisterstück, nämlich die nochmalige Aufwertung der Texte. Nachdem ich den Streifen sowohl in Originalsprache als auch auf Deutsch gesehen habe, ziehe ich den Hut vor dem Team, welches ihn derart fabelhaft synchronisiert und damit nochmals enorm bereichert hat.
Auch ansonsten macht der Film es mir ausgesprochen schwer, Ecken und Kanten auszumachen, die ich bemängeln könnte.
Stattdessen nötigen mir sowohl der charakteristische Soundtrack, der das Geschehen wundervoll unaufdringlich untermalt und umspielt, als auch die schauspielerische Darbietung sämtlicher Mitwirkenden ein Höchstmaß an Respekt ab. Alle Darsteller legen eine derartige Verve an den Tag und funktionieren so vortrefflich als durch und durch harmonisches Team, dass man die Begeisterung, mit der sie bei der Sache waren, förmlich mit Händen greifen kann.
Es bleibt mir also gar nichts weiter übrig, als mich dem Streifen in vollem Umfang - und ohne jede noch so geringe Einschränkung - geschlagen zu geben und ihm die Maximalzahl von Sternen zu gönnen.
Denn diese hat er nach meinem Empfinden mehr als verdient.
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64 von 74 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Lucky#Slevin... intelligent, überraschend u. unterhaltsam !, 30. August 2007
Wenn ein Film mit dieser Besetzung nicht in die Kinos kommt, fragt man sich ernsthaft, was daran wohl nicht stimmt. Bruce Willis, Josh Hartnett. Morgen Freeman, Lucy Liu, Ben Kingsley, Stanley Tucci... eine Besetzungsliste vom Feinsten. Dies muss nicht unbedingt auf einen guten Film hindeuten, hier ist dies aber definitiv der Fall.
"Lucky#Slevin" ist ein ungeheuer intelligenter, überraschender und unterhaltsamer Film mit hervorragenden Darstellern. Das überzeugende Drehbuch kann man wohl am ehesten mit dem legendären "Die üblichen Verdächtigen" vergleichen. "Lucky#Slevin" macht es dem Zuschauer nicht wirklich leicht und es erfordert eine Menge an Aufmerksamkeit, um die anfangs angerissenen Erzählstränge, die im Nachhinein entwirrt werden, aufzunehmen und später richtig einzuordnen. Der Film wird dabei mit diversen Zeitsprüngen vorwärts wie rückwärts erzählt, was die Sache natürlich nicht leichter macht. Die verschiedenen Handlungsstränge werden nach und nach verknüpft und die einzelnen Dialoge sind so einfach wie genial. Der Streifen bietet einen ungeheuren Wort - und Dialogwitz. Und wenn das Puzzle am Ende zusammengefügt wird ist der "Aha-Effekt" garantiert.
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24 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Ein absolutes Muss!!, 1. Mai 2009
Viele Filme schaffen es nie in ein deutsches Kino. Oft liegt das an der erbämlichen Qualität, manchmal findet sich einfach nur kein Verleiher, weil die Einspielergebnisse im Ausland nicht besonders hoch waren. Und das obwohl der Film aussergewöhnlich gute Qualität und eine Menge Starpower bietet. "Lucky Number Slevin" ist so ein Fall!
Slevin Kelevra lebt in der Wohnung seines Freundes Nick. Er wollte sich dort mit ihm treffen, da dieser aber bisher nie erschienen ist, "übernimmt" er einfach bis dahin seine Räumlichkeiten. Dort lernt er auch die süsse Lindsey kennen, eine Nachbarin von Nick, die ebenfalls auf Nick wartet. Kurze Zeit später wird Slevin gewaltsam entführt und zu einem Mafiaboss -dem Boss- gebracht. Dieser hält Slevin für Nick und fordert ausstehende Wettschulden über 96.000 Dollar von ihm ein..
Eingangs habe ich von aussergewöhnlich guter Qualität geschrieben. Das stimmt so nicht ganz. Es ist schamlos untertrieben. Diese Action-Komödie ist mehr als das! Es ist wie ein aufgemotzter Tarantino , wie ein Ritchie auf Speed. Hier gibt es soviel zu erleben und zu entdecken, dass man unmöglich alles beim ersten Mal erfassen kann. Mehrmaliges Ansehen ist meiner Meinung nach Pflicht. Allein die Dialoge sind so urkomisch, voller doppelter Böden und intelligent, dass es eine einzige Freude ist und ich auch nach Jahren immer wieder lachen muss. Ganz groß ist auch die erstklassige, spannende Story, die den Zuschauer mit den Zeitebenen und Wendungen ständig hin und her wirft und bis zum Finale im Dunkeln tappen lässt. Das Glanzstück von "Lucky Slevin" sind aber eindeutig die Darsteller: Josh Hartnett, Morgan Freeman, Bruce Willis, Lucy Lu, Ben Kingsley usw...Muss man da noch viel sagen? Nein. Höchstens, dass man hier allen den unglaublichen Spass bei der Arbeit ansieht.
So, das muss jetzt aber reichen! ;-)
Meine klare Aufforderung nun an alle Filmfans: Ansehen, ansehen, ansehen, Spass haben und dann weiterempfehlen! Hier erlebt man keine Enttäuschung!
Vergleichbar mit:
Snatch - Schweine und Diamanten
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