Mit einem wirklich guten Film hatte ich zugegebenermaßen nicht gerechnet, aber zumindest mit einem unterhaltsamen. Es ist zu auffällig, wie in diesen Film alle Klischees und Standards, die man a) in einem Western und b) in einem Lucky-Luke-Stoff erwarten kann, hineingerührt wurden, wohl in der Hoffnung, damit möglichst viele Zuschauer zu erreichen.
Dieser Film beweist die alte Weisheit, dass viele Köche den Brei verderben. Es ist zwar alles da - der edle Held, die tapfere Saloonbesitzerin (sogar eine kleine Liebesgeschichte wird angedeutet, obwohl sich der Lucky Luke aus den Comics meines Wissens nie für eine Frau interessiert hat), Indianer, die Kavallerie, eine Klapperschlange, Schießereien, Duell beim Sonnenaufgang, Siedler, Prügeleien, Bohnen am Lagerfeuer, die Daltons (leider wurden keine Schauspieler in passender Größe, d.h. einer immer größer als der nächste, gefunden, warum eigentlich nicht?) Kurzum, es ist alles drin, aber nichts wirklich da. Die Handlung ist zusammengeschustert, weder Western noch Comicverfilmung, und die Personen zu klischeehaft, um einen zu interessieren. Es kommt zwar etwas Selbstironie vor, aber als Westernparodie taugt dieser Film leider auch nichts. Originell ist nur der Erzähler: es ist niemand anderes als Lukes Pferd, Jolly Jumper.
Mich hat dieser Film ehrlich gesagt ziemlich gelangweilt; irgend jemand hätte den Autoren sagen sollen, dass man Qualität mit Originalität erreicht und nicht mit der Erfüllung von möglichst vielen Schablonen. Aber eingefleischten Western- und / oder Lucky-Luke-Fans mag er eventuell ganz gut gefallen. Wenn sie nicht zu viel erwarten.