Zur Story muss man nicht viel mehr hinzufügen als das, was hier schon zu lesen ist. Schüchterner Losertyp wird ein paar Mal vom Blitz getroffen und erwirbt mit dem letzten Einschlag die Gabe, unwiderstehlich und aussergewöhnlich anziehend auf alle Lebewesen zu wirken, die mit ihm in Berührung kommen. Dies schafft Raum für unzählige Zoten und beschert der Hauptfigur einige Probleme, die Dame seines Herzens zu gewinnen. Punkt. Mehr gibt es nicht zu sagen.
Ich bin ehrlich. Ich konnte es kaum erwarten diesen Film zu sehen. Warum? Na wegen Corey Feldman. Der Hauptdarsteller aus LaLaLand dreht in Germany. Allein das klang schon wie ein schlechter Witz, als diese Nachricht vor ein paar Jahren die Runde machte. Ich mag Corey seit Ewigkeiten und halte ihn auch für einen viel besseren Darsteller als 90% der missgünstigen amerikanischen Bevölkerung, die sich seit Jahren darauf versteht, ihn und sein Schaffen runterzumachen (wie auch bei Pauly Shore und anderen ehemaligen Stars, die beim Publikum in Ungnade gefallen sind).
Feldmans Leistung in Sachen Schauspielerei ist dann aber auch fast die einzige, die dieser Cast zu bieten hat. Bis auf ein paar Ausnahmen (in Deutschland lebende amerik./engl. Schauspieler), ist die Qualität in Sachen Acting schlicht und ergreifend UNTERIRDISCH!!! Von den deutschen Darstellern fällt lediglich Julia Dietze in der Rolle des Gretchens positiv auf.
Geradezu furchtbar und zum Fremdschämen ist John Friedmann, besser bekannt als Erkan Maria Mossleitner vom Comedyduo "Erkan & Stefan". Im Audiokommentar auch noch (megapeinlich) "John Friedman" (also ganz englisch FRIEDMÄN) genannt, bietet Friedmann eine Performance ab die so unterirdisch ist, dass man einen Atomschutzbunker unterkellern müsste, um dorthin zu gelangen! Im englischen Originalton wird dieses besonders deutlich. Friedmanns Akzent ist furchtbar und bei mir entstand der Eindruck, dass J.F. wohl einen geistig behinderten Menschen spielen würde. Dies schien aber dann wohl doch nicht beabsichtigt zu sein, denn in der Synchronisation ist dieser Eindruck nur noch ansatzweise vorhanden und gebührt lediglich der unglaublich doofen Rolle. Deutsch kann er aber, der Herr Friedmän.
"It-Girl" Nina Kristin spielt quasi sich selbst, jedoch wird ihrer Rolle im Film sehrwohl Talent bescheinigt - spielt sie doch ein Hollywood-Starlet. Etwas was sie im echten Leben "leider" nicht besitzt und was Frl. Kristin wohl nie und nimmer erreichen wird. Fehlbesetzung? Nun ja...
Lediglich Axel Wedekind als eifersüchtiger Boyfriend von Nina Kristin geht noch als ganz ok durch. 'Ne tolle Darstellung sieht anders aus, aber man nimmt ihm den Brad wenigstens ab.
Damit sind auch schon der Teil des Casts abgewatscht, der neben Corey Feldman die meiste Screen-Time für sich verbuchen darf. Wie gesagt, die Besetzung ist bis in kleinste Nebenrolle zum größten Teil eine Frechheit. Solide Schauspielleistungen sind, wie oben schon erwähnt, lediglich bei einem Teil der englischsprachigen Schauspielern auszumachen. Und das liegt nicht daran, dass der Film in Englisch gedreht wurde.
Neben all diesen "Schauspielern" wirkt die Performance von Corey Feldman geradezu oscarreif und es wird deutlich, WER in diesem Film tatsächlich seinen Beruf mit dieser Bezeichnung angeben darf. Was Corey Feldman dazu getrieben hat einen irgendwie britisch anmutenden Akzent zu präsentieren bleibt mir ein Rätsel. Aber dennoch ist es daher lustig einen Amerikaner zu sehen, der einen Deutschen spielt, der irgendwie britisch klingt! ^^
Kommen wir mal zur Synchro:
AUA...AUA...AUUUTSCH...SCHMERZEN...ECHTE WAHRHAFTE FURCHTBARE PEIN!!!
Man kann natürlich das Ganze noch furchteinflößender darbieten, wenn man die auch noch so allerkleinste Schauspielleistung mit schlechter Synchronisation die Toilette runterspült. Ich konnte es kaum glauben, aber nachdem ich den Film im Originalton durchlitten habe, musste ich mir natürlich auch einmal die deutsche Tonspur geben. Und was soll ich sagen? Da wird doch Corey Feldman tatsächlich von (wir erinnern uns: John Friedmann = Erkan) von Friedmanns Comedypartner Florian Simbeck aka Stefan "gedeutscht", was genauso weh tut, wie Friedmann bei seinem Streben nach "seriöser" Schauspielkunst zuschauen und scheitern sehen zu müssen.
Ich habe nichts gegen "Erkan & Stefan". Im Gegenteil. Mir sind die beiden Herren auch grundsätzlich sehr sympathisch. Wahrscheinlich tut es auch deswegen so weh, Friedmann dermaßen "am Boden" zu sehen. Aber die beiden sind nunmal keine Schauspieler (was nicht heissen muss, dass sie das nicht noch werden können) und eben nur solche sollten a) Filme drehen und b) Filme synchronisieren.
Für das Dialogbuch können die Schauspieler allerdings nix. Und sind die Dialoge schon im Englischen nicht gerade das Gelbe vom Ei, so offenbart sich auf Deutsch nur noch ein Grausen. Abgesehen davon ist der deutsche Ton insgesamt komplett Schrott und wirkt so steril, als würde man einem schlecht produzierten Hörspiel lauschen.
Gäbe es den Film bloß mit deutschem Ton; ich hätte mich spätestens nach 20 Minuten lobotomiert gefühlt. Beim Originalton hält man es wenigstens (wenn man hart im Nehmen ist) bis zum Schluss aus.
Was Setting, Cut, Camera betrifft, so geht das ganze wenigstens noch als passabel durch. Aber irgendwie muss so ein Werk ja wenigstens im Ansatz als Film erkennbar sein! ;)
2 Sterne:
1 für Corey Feldman und seinen Akzent, sowie sein Make-Up, das ihn um Jahre jünger erscheinen lässt
1 für Robert Lyons, stellvertretend für einige der englischsprachigen Schauspieler
Fazit: Wer nichts erwartet kann trotzdem noch enttäuscht werden. Hoffentlich bekommen die Amis den Streifen NIEMALS zu sehen. Ansonsten hätten sie einen weiteren guten Grund, auf Feldman rumzuhacken.
Für's Trashkino ist der Film allerdings fabelhaft. Wer sich gerne mal an wirklich schlechten Filmen ergötzt und Spaß am Fremdschämen hat, dem sei der Film hier empfohlen. Also Trash Fans: Solltet ihr die DVD mal irgendwo auf 'nem Wühltisch ausmachen und den Silberling für 4,99 Euronen erstehen können, dann tut es. Trinkt euch einen und gebt euch den Film im englischen Originalton. Wenn ihr dann denkt, ihr seit der Rückverdummung schon ein ganzes Stück näher gekommen, dann gönnt euch eine Pause, wechselt die Tonspur und lasst euer Hirn zersetzen.
Für cineastische Masochisten absolut zu empfehlen. Für JEDEN ANDEREN absolut NICHT!!!
BTW: Es gibt KEINE Untertitel. Allen die der englischen Sprache nicht mächtig und auf den deutschen Ton angewiesen sind wünsche ich übermenschliche Kraft. Ein Blitz könnte vielleicht helfen! ;)