Gibt es ein Leben nach dem Tod? Eine interessante Frage.
Der böse (rote) Papst und ein guter Wissenschafter sind zwei der Personen, die sie uns in diesem Buch beantworten wollen.
Positiv fällt auf, dass man sehr schnell in das Buch hineinkommt und es in jedem Fall Lust macht, weiterzulesen. Bis... ja, bis man sich an die Übertreibungen so weit "gewöhnt" hat, dass sie nur noch nerven. Zugegeben, die Geschichte spielt in der (nahen) Zukunft, aber das was hier (speziell gegen Ende des Buchs) geboten wird, übertrifft selbst die wirrsten Si-Fi-Fantasien. Leider, denn die ersten zwei Drittel waren wirklich gut zu lesen.
Die Art und Weise, wie Michael Cordy technische Details der Zukunft beschreibt (man vervielfache einfach alle Geschwindigkeitswerte der Gegenwart um den Faktor X und schon ist man ein paar Jahre in der Zukunft) dürfte nicht nur IT-Experten die Zehennägel aufrollen :-)
In wenigen Stunden werden da alle Datenbanken der Welt kopiert und Milliarden von Passwörtern gleichzeitig geknackt. (Wohlgemerkt von IT-Systemen in der Zukunft, bei denen man davon ausgehen kann, dass die Passwortlänge und -komplexität an die Rechengeschwindigkeit eben dieser Zukunft angepasst wurde.) *grübel*
Besonders unterbelichtet kommt die Spezialeinheit am Ende rüber. Da werden "die Besten der Besten" geholt, um die Welt doch noch zu retten und die sterben dann wie die Fliegen, weil sie für alles zu blöd sind, was den Zivilisten (die sie eigentlich beschützen sollten) natürlich auf Anhieb gelingt.
Warum? Vielleicht weil der Autor erkannte, dass er sie gar nicht braucht. Denn letztlich kann die Protagonistin (binnen Sekunden!) auch noch die Codes der pakistanischen und indischen Atomraketen... Na ja :-)
Fazit: Ein wirklich spannendes Thema und ein leicht zu lesendes Buch. Leider ist die Umsetzung (speziell im letzten Drittel) bestenfalls durchschnittlich. Am Ende angelangt, fühlt man sich wie bei einem Witz ohne Pointe. Dabei könnte manchen Lesern das Lachen vergehen...