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Lucia und das Drachenhalsband. 3 CDs
 
 
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Lucia und das Drachenhalsband. 3 CDs [Audiobook] [Audio CD]

Rudolf Herfurtner , Hannelore Hoger , Helga Pogatschar


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Produktbeschreibungen

Kurzbeschreibung

Wo Mäuse sind, da sind auch Katzen. Dicke gefährliche Katzen, die immer nur eins im Sinn haben: kleine Mäuse fangen und quälen. Auch auf dem Hof, wo die Mäusekolonie der kleinen Lucia ihr Zuhause hat, geht der Schrecken um. Ob es da wirklich hilft, dass der Mäusechef Diodorus nach jeder überstandenen Begegnung mit den Katzenbiestern eine Versammlung einberuft? Da erzählt er zur Ermutigung seiner Mäuse Heldengeschichten aus dem Leben des mutigsten Mäuserichs, den es je gab: Gil mit den grünen Hosen. Der ist mit List und Einfallsreichtum allen Monstern und Schreckenskreaturen entgegengetreten, und er hat sie alle besiegt. Lucia kommen allerdings Zweifel, ob es einen solchen Mäusehelden wirklich gibt. Zudem: Was nützen seine Heldentaten im täglichen Überlebenskampf auf dem Hof? Nein, die Mäuse müssen selber ihren Mut zusammennehmen und gegen die Katzen kämpfen. Gemeinsam mit Orlando, dem jungen Wilden in der Kolonie, schmiedet Lucia einen verwegenen Plan. Eigens zu dieser Geschichte komponierte Musik, eingespielt auf höchstem Niveau von fast einhundert Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher bayerischer Musikschulen, gibt Lucias Abenteuer den passenden Rahmen.

Über den Autor

Rudolf Herfurtner, Jg. 1947, studierte in München Germanistik, Anglistik und Theaterwissenschaften. Bekannt wurde er vor allem durch seine zahlreichen Kinder- und Jugendbücher, aber auch durch seine Theaterstücke und Drehbücher fürs Fernsehen. 1981 erhielt er den Förderpreis der Stadt München, 1985 wurde er mit dem 'Hans-im-Glück-Preis' ausgezeichnet. 1993 folgte der internationale Kinderhörspielpreis 'Terres des Hommes', 1994 bekam er den 'Moritz' für ein Kindertheaterstück und 1996 den 1. Deutschen Kindertheaterpreis. Rudolf Herfurtner lebt als freier Schriftsteller in München.Hannelore Hoger, geboren 1942 in Hamburg, ist eine der profiliertesten deutschen Schauspielerinnen. Sie arbeitete u.a. mit Alexander Kluge, Volker Schlöndorff und Helmut Dietl. Populär wurde sie vor allem durch ihre Rolle als TV-Kommissarin "Bella Block", für die sie den Grimme-Preis erhielt.

Auszug aus Lucia und das Drachenhalsband. Von Mäusen und Monstern von Rudolf Herfurtner. Copyright © 2006. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

Lucia war schon ein paar Mal dabei gewesen, wenn Diodorus eine Geschichte gegen den Schrecken erzählt hatte, eine Geschichte, in der eine kleine Maus große Taten vollbrachte. Sie wusste, dass die Erzählung nur ein Teil der Medizin gegen die Angst war. Ebenso wichtig war die Gemeinschaft. Es tat gut, wenn man nach einem erschreckenden Erlebnis wieder zurück in der Mäusekolonie sein konnte. Wenn die andern sich um einen kümmerten, wenn sie dich zu Diodorus trugen und auf das Bänderlager betteten und bei dir blieben, um mit dir zusammen die Fabeltier-Geschichte zu hören.
Am allerwichtigsten aber war, dass man danach seine Angst herausschrie, um wieder frei zu sein und an sich glauben zu können. Das alles wusste Lucia und hatte doch keine Kraft und keine Zuversicht.
»Denk an Gil«, sagte Diodorus beschwörend. »Denk an Gil und an den Gil in dir. In uns allen steckt ein Gil Gamáus. Wir vergessen es nur immer wieder und fühlen uns dann klein und hasenherzig.«
»Groß ist Gil!«, rief Herr Hempel.
»Groß ist die Maus!«, riefen die Mäuse.
»Groß ist die Maus!« Lucia versuchte es.
»Lauter!«, sagte Diodorus.
»Groß ist die Maus!«
»Viel lauter!«
Und Lucia rief. Und Lucia schrie. Und alle Mäuse antworteten. Und Diodorus nickte zufrieden.
Da entstand plötzlich ein Aufruhr unter den Mäusen im Zeremoniensaal. Eine sehr gut aussehende Mäusedame mit feinem rötlichen Fell drängte sich nach vorne: »Wo ist er? Wo ist mein Sohn?«
»Ja, wo ist er denn? - Wo ist Orlando?«, riefen die Mäuse.
»Ruhe!«, rief Herr Hempel. »Dorothée?! Bitte! Wir hatten gerade eine Zeremonie!«
»Das ist mir egal. Ich will wissen, wo Orlando ist? Mein Orlando? Habt ihr ihn gesehen?«
»Beruhige dich, Dorothée!«, sagte Diodorus.
Aber Dorothée wollte sich nicht beruhigen. »Ich soll mich beruhigen, wenn mein einziger Sohn verschwunden ist?«
»Dorothée!«, sagte Herr Hempel streng. »Wir haben hier gerade eine Zeremonie abgehalten, wie du siehst. Wir sollten glücklich sein, dass Lucia gerettet ist und dass es ihr gut geht.«
»So, dem kleinen Fräulein geht es gut. Ihr geht es gut, aber was ist mit meinem Orlando? Wegen ihr ist er doch verschwunden! Wie oft hab ich ihm gesagt, bleib weg von dieser Lucia. Die bringt nur Ärger. Die kann sich nicht bescheiden, die ist zu vorwitzig, will immer eine Extrawurst. Was muss sie denn in die Felder laufen!?«
»Ich habe doch nur ...«, wollte Lucia erklären.
Aber Dorothée ließ sie nicht zu Wort kommen. »Sei still, du. Und lass dir gesagt sein: Es gefällt mir nicht, dass er immer um dich rumschwänzelt und sich in Gefahr begibt. An seine arme Mutter denkt er überhaupt nicht. Warum tut er mir das an?« Sie schniefte und wollte wohl gleich zu heulen anfangen.
Lucia war immer kleiner geworden bei den Schimpfkanonaden von Orlandos Mutter. Was sollte sie sagen? Sie konnte nichts dafür, dass Orlando sie mochte und sich um sie kümmerte. Das war sehr schön. Seine eifersüchtige Mutter sollte das nicht kaputtmachen. Lucia hätte am liebsten auch geheult, aber sie schluckte die Tränen hinunter und sagte trotzig: »Er hat mich gern. Und dieses blöde Katzenbiest erwischt ihn nie!«
Bei dem Wort Katzenbiest stöhnt die ganze Versammlung auf. Und Herr Hempel sagte streng: »Lucia! Nicht dieses Wort! Nicht dieses!«
»Da hört ihr es, sie hält sich an keine Regeln!«, sagte Dorothée. »Sie benutzt verbotene Wörter und geht verbotene Wege!«
»Ach, Dorothée«, sagte Diodorus milde. »Sie ist gerade dem Schrecken entkommen, da wollen wir nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen.«
»Ja, sie ist dem Schrecken entkommen. Weil mein Sohn sie gerettet hat! Wegen ihr musste er sein Leben riskieren. Und wo ist er jetzt?«
Einen Augenblick war alles still. Ja, wo war Orlando? Niemand wusste es. Niemand hatte ihn gesehen, seit er hinaus in die Felder gelaufen war. Orlando war ein wilder Bursche, den es nie lang auf demselben Platz hielt, was ihn immer wieder in Schwierigkeiten brachte. Aber er liebte es auch, Dinge zu machen, die andre nicht mal zu denken wagten. Diesmal hatte er die kleine Lucia gerettet, indem er die Aufmerksamkeit des Schreckens auf sich gelenkt hatte. Jede Maus wusste, wie leicht so was schief gehen konnte. Aber Orlando war geschickt und er hatte sich bisher immer wieder in Sicherheit bringen können. Er würde auch diesmal zurückkommen. Er musste zurückkommen.
»Du wirst sehen, Dorothée, bald ist er wieder da«, sagte Diodorus. »Du weißt doch, wie er ist, dein Sohn!«
Die flache Nachmittagssonne schien inzwischen durch das Kammerfenster bis in Diodorus' Zeremoniensaal. Sie tauchte die stille Mäuseschar in ein mildes Licht. Aber plötzlich glitt ein Schatten über sie. Langsam. Dunkel. Ein großer Schatten. Ein schrecklicher Schatten. Und als sie durch die Glasscheibe des Schrankes zum Fenster hinüberschauten, sahen sie ihn: Orlando.
»Da ist er«, piepsten die Mäuse. Und alle hätten sich am liebsten sofort in das Bänderbett gelegt; denn der Anblick war zu schrecklich.
Orlando im Maul der Katze. Jeder konnte es sehen: Der Schrecken hatte Orlando zwischen den Zähnen und ging in seiner Boshaftigkeit gravitätisch langsam am Fenster vorbei, als wüsste er, dass ihm das gesamte Mäusevolk zusah. -- Dieser Text bezieht sich auf eine andere Ausgabe: Gebundene Ausgabe .
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