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„Es herrscht Krieg in der Galaxis... Die Geheimwaffe der Republik, eine riesige Klonarmee, wird zum ersten Mal eingesetzt...“
Schon der gelungene Vorspann, in welchem man seine Geburt als Klonkrieger erlebt, versprüht Atmosphäre. Diese wird zudem durch altbekannte aber auch durch völlig neue John Williams-Kompositionen genial unterstützt. Etwas gewöhnungsbedürftig ist das Fehlen des obligatorischen STAR WARS-Jingle und die Abwesenheit bekannter Figuren. Doch im Fall von „Republic Commando“ ist weniger tatsächlich mehr. Gerade für Taktik-Fans, die keinen Bezug zum STAR WARS-Universum haben und verwandte Spielserien wie „Rainbow Six“ oder „Ghost Recon“ bevorzugen, finden hier einen gut designten und stimmigen Genrevertreter, der vor allem durch die hohe KI des Teams aus dem Rahmen fällt.
Das zuletzt erschienene „Rainbow Six 4 : Lockdown“ war alles in allem eine Enttäuschung. Die triste Umgebungsgrafik und die miese KI von Gegnern und Teamkollegen kostete dem Spiel einen Menge Spielspaßpunkte. In „Republic Commando“ hingegen kann man sich jederzeit auf seine clever agierenden Klonkameraden verlassen, die das aktuelle Geschehen zudem jederzeit mit einem markigen Spruch kommentieren (die eigene Figur klingt allerdings wie Darth Vader) und für Stimmung sorgen. Zwar besticht die Gegnerschar eher durch Masse als durch Intelligenz, doch die Vielzahl der Angriffsmanöver der teils sehr starken Droidenarmee fordert taktisches Vorgehen. Daneben tauchen auch bekannte Alienrassen wie die Geonosianer auf. Für Aufsehen sorgen winzige Details, wie beispielsweise der „Scheibenwischer“, der das eingeblendete Visier von Alienblut und Wassertropfen befreit oder der optisch ansprechende Reslichtverstärker. Die Wiederbelebungsprozedur stellt sogar eine gelungene Genreinnovation dar.
Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Der wirklich gelungene Auftakt des Spiels, der den Spieler mit der Spielmechanik von „Republik Commando“ bestens vertraut macht und den eigenen Commando-Klonkrieger mit seinem Team zusammenführt, sucht im Genre seinesgleichen. Der gekonnte, nahtlose Übergang zur ersten Mission auf Geonosis fesselt die ersten Spielstunden ans Pad. Doch zum Ende der ersten Kampagne wiederholen sich Angriffsmanöver und Teamtaktiken. Hinzu kommt ein enormer Anstieg des Schwierigkeitsgrades, da die stark gepanzerten Superdroiden im Dutzend auftreten und ein knapp kalkulierter Countdown den Spieler unnötig unter Druck setzt. Enttäuschend ist auch das abrupte Ende der Mission, die sich ohne Renderfilmchen oder Echtzeitexplosion des zuvor sabotierten Angriffsschiffes der Handelsföderation verabschiedet.
Die zweite Kampagne findet an Bord eines havarierten Superkreuzers statt. Hier ist der Spieler zunächst auf sich allein gestellt. Allerdings offenbart der plötzliche Wandel zum reinrassigen Ego-Shooter eines der größten Makos von „Republic Commado“ : Das langweilige Leveldesign. Ballern, um Ecken schleichen, Bomben platzieren und wieder Ballern lässt das Game zum mittelmäßigen Simpleshooter von der Stange verkommen. Genreübliche 08/15-Waffen, wie Maschinengewehr oder Shotgun, nervige, dumm agierende Gegner, unfaire Situationen und eintönige Taktiken langweilen und lassen Frust aufkommen. Einige Passagen muten gar wie lieblos zusammengeschusterte Multiplayerkarten an. Da vergeht selbst eingefleischten STAR WARS-Fans die Lust. Allerdings bemerken Fans auch recht schnell, dass dem Spiel das STAR WARS im Titel nicht so recht steht. Zwar gibt es storytechnisch (leichte) Bezüge zu den Episoden II und III und auch die Musik sorgt für eine gewisse Stimmung, doch „Republic Commando“ fehlt einfach das typische STAR WARS-Feeling.
Erst wenn das Team wieder gemeinsam im Einsatz ist spielt der Titel seine Stärken aus. Auf Knopfdruck werden taktische Stellungen besetzt, Codes beschafft, Bomben platziert oder es wird medizinische Hilfe geleistet. Die finale Kampagne findet auf Kashyyyk statt, der Heimatwelt der Wookies.
STÄRKEN UND SCHWÄCHEN
P O S I T I V E S
+ detailverliebte Grafikdetails („Scheibenwischer“)
+ tolle Effekte (z.B. Explosionen)
+ intelligentes Team
+ professionelle deutsche Synchronisation
+ coole Sprüche und markige Kommentare...
+ ...die sich nur sehr selten wiederholen
+ perfekte Einführung in die Spielmechanik
+ genial einfaches Befehlsmenü
+ hervorragender Soundscore
+ frische Ideen (z.B. Wiederbelebung)
+ für „Star Wars“-Fans ein Erlebnis (am Anfang)
+ für Taktik-Shooter-Fans eine echte Alternative
A U F D E R D U N K L E N S E I T E D E R M A C H T
- langweiliges Leveldesign
- verwaschene Texturen
- Steuerung etwas ungenau
- Situationen wiederholen sich...
- ..daher etwas eintönig
- Feindschar unausgewogen
- mäßige Gegner-KI
- viele unfaire Situationen
- Missionen enden abrupt
- kein Koop-Modus
- nur Standart-Mehrspielermodi...
- ...wobei lediglich zwei Figuren wählbar sind
BEWERTUNG
Grafik : 75 % Sound : 87 % Spielspaß : 74 % (anfangs > 80%)
Schwierigkeitsgrad : leicht – hoch
Altersfreigabe : ab 16 Jahren
Umsetzungen : PC
Alternativen : „Ghost Recon 2”, „Shadow Ops”, „R6 : Black Arrow”
STAR WARS SPIELE (Auswahl)
Star Wars – Bounty Hunter (PS2, NGC)
…erzählt, wie Jango Fett zum „Vater“ der Klontruppen wurde
Star Wars – Clone Wars (XBOX, PS2, NGC)
…zeigt, was Episode II offen lässt – den Krieg !
Star Wars – Episode III – Revenge of the Sith (XBOX, PS2)
…zeigt, warum die Klontruppen zur dunklen Seite überlaufen
Star Wars – Battlefront I & II (PC, XBOX, PS2)
…auch hier kann man in die Haut eines Klonkriegers schlüpfen
Star Wars – Empires at War (PC)
…lässt die ganze Klonarmee aufmarschieren
FAZIT
Der perfekte und atmosphärische Einstig verspricht, was das Spiel nicht halten kann. Überzeugen anfangs noch das clevere Team, das intuitive Befehlsmenü, die innovativen Gimmicks, eine hervorragende Synchronisation und geniale Kompositionen, vergraulen eintöniges Missionen, unfaire Situationen und das uninspirierte Leveldesign jeden hart gesottenen Taktik-Shooter-Fan. Zudem bieten die drei arg langgestreckten Kampagnen einfach viel zu wenig Abwechslung. Mehr Schauplätze hätten zumindest in diesem Punkt Abhilfe schaffen können.
Schade, dass den Programmierer zu früh die guten Ideen ausgegangen sind und sie es versäumten die Kampagnen in eine handlungsübergreifende Geschichte einzubinden. STAR WARS-Fans bemängeln zudem das Fehlen des typischen Vorspanns und vermissen Auftritte ihrer Lieblinge. „Republic Commando“ hätte vermutlich in einem anderen Universum besser dagestanden.
Man kann immer 5 Waffen tragen. Lesen Sie weiter...
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