Wie mein Vorrezensent, war auch ich von der ersten bis zur letzten Minute von der Ausstrahlung am Mittwoch auf 3Sat ... elektrisiert!
Was in den ersten 10 Minuten nach einen spanischen Softporno aussah, wurde zusehends komplexer. Der manchmal konfuse (natürlich aber gewollte) Handlungsstrang verdichtete sich, bis am Ende ein Film hervorging, dessen Geschichte als Film für sich steht.
Eingehend zeigte der Film wie sich Jugend im Rausch der (Sex)Gefühle unschuldig austobt, und dies für die beiden Verliebten als Lebensmaxime gilt. Doch die Zeit des Reifens katapultierte beide aus Ihrer Liebesschutzisolation. Zur Mitte des Films stellte sich die Frage: Wachsen beide an Ihrer Liebe, oder zerbrechen Sie an ihrer zurechtgezimmerten Illusion von angeblicher Liebe.
Wo "Eyes wide shut" endet, sich die Partnerprobleme unter zwei Menschen abspielen, wird hier der Faden weitergedreht.
Die Verantwortung unter mehreren Personen, die sich zuerst nicht alle untereinander kennen (Schriftsteller, dessen Freundin; vergangene Urlaubliebschaft; Stiefvater des Kindermädchen; Kindermädchen; etc.), aber deren Schicksal aneinander verkettet ist, suchen nun im Schutze einer kleinen Insel, ihre Schuld aus der Vergangenheit zu verstecken bzw. zu lindern.
In der zweiten Hälfte zeigt dieses Werk, wie jede der Rahmenpersonen von Schuldgefühlen befallen ist, resultierend aus ihrer Vergangenheit, da jeder in den Tag lebte, schnelle Befriedigung genoss. Doch erzeugten sie mit ihrem unbedachten Handeln für die Zukunft Probleme.
Was mir der Film sagt:
In uns schlummert ein Wert, vor dem man zwar flüchten kann, uns jedoch früher oder später immer wieder vor den eigentlichen Kern des Seins stellt: Verantwortungsvolles Handeln!
Wir sind Geschöpfe bestehend aus Sexualität, jedoch in einem sozialen Umfeld, welches verantwortungsvolles Handeln braucht, damit wir die Liebe überleben und nicht an ihr zerschellen.