Seit ich den Rucksack besitze, war ich damit einigemale in Kurzurlauben (Flugreisen) und an etliche Wochenenden (Auto und zu Fuß) auf Tour. Vorweg eines Sache, die störend sein kann: Die Tragegurte und der Rücken liegen im Schmutz, wenn man an die Fotoausrüstung will. Das ist jedoch bei fast allen Rucksäcken so (Abhilfe siehe unten). Ansonsten bin ich sehr zufrieden. Der ursprüngliche Hauptgrund für den Kauf war das höhenverstellbare Tragegeschirr - sonst hätte es auch der Vertex 200 werden können (der ist zwar nicht so hübsch, dafür aber etliches niedriger im Preis). Heute will ich den ProTrekker 400 gegen nichts anderes eintauschen.
Ab einer bestimmten Körpergröße sitzt der Beckengurt des Rucksacks eher im Bauch als auf den Hüften. Dann tritt durch den Gurt aber keine Entlastung ein und man trägt das ganze Gewicht (bei der Größe können das auch mal 14kg sein) auf den Schultern. Das ist unbequem und mir vergeht so gerne auch mal schnell die Lust am Fotografieren.
Das der Beckengurt abnehmbar ist, finde ich bei Flugreisen sehr positiv: Der Rucksack passt so besser in das Gepäckfach (Beckengurt geht vorher in den Koffer). Wird dann auch noch der Deckel abgenommen (Waistbelttasche/ Daypack), wird der Rucksack noch kleiner (optisch).
Optisch gefällt mir der ProTrekker sehr gut - aber das ist persönllicher Geschmack. Jedenfalls erscheint mir das Khaki-Grün unauffälliger als das übliche Fotografen-Schwarz. Auch eine Art der Diebstalsprävention.
Der Rucksack het ein Außenfach für eine Trinkblase inkl. Öffnung zum Durchführen des Trinkschlauches. Das werde ich zwar so nie benutzen - aber in das Fach gebe ich meine kleine 0,5l-Thermoskanne. Enthalten ist auch ein wasserdichter Beutel. Da hinein gebe ich meine Thermosflasche und es kann auch im Falle der Fälle (Auslaufen der Kanne) nichts passieren.
Die EInteilung des anderen Außenfachs ist recht zweckmäßig. Habe da einen Novoflex Basicball (
Novoflex Basic-Ball titan/blau ) mit Novoflex CB3 (
Novoflex Classic Ball 3 ) untergebracht. Außerdem sind da noch Kartenfächer und einige Einschubtaschen. Meine OP-Tech-Regencover für Kamera und Objektiv habe ich da verstaut.
Dei Stativhalterung am Deckelfach ist ungünstig gewählt. Mein Gitzo-Carbon wiegt mit Kopf ca. 2kg. Mehr möchte ich der Halterung nicht zumuten. Außerdem könnte sich Notebook und Stativ in die "Wolle" kriegen, falls beides gleichzeitg transportiert wird. Das NOtebookfach ist im Deckel direkt unter der Stativhalterung. Die beiden offiziellen anderen Stativhalterungen an den Seiten halte ich ebenfalls für suboptimal.
Auf Reisen gebe ich das Stativ in den Koffer (könnte sonst auch an der Sicherheitskontrolle der Flughäfen kritisch werden). "Im Feld" habe ich das Notebook dann nicht dabei. Ansonsten wären da noch zwei Gurte an der Unterseite des Rucksacks, die das Stativ halten könnten (auch ein deutlich schwereres). "Im Feld" habe ich da meinen Walkstool (
Walkstool Comfort 65 XXL ) untergebracht.
Das Obermaterial ist robust. Die Regenhülle ist schnell übergezogen, zusätzlich anpassbar und schützt wie erwartet auch vor stärkerem Regen. Schon dreimal musste ich ziemlich zügig den angenähten Überzieher in Position bringen. Das Innere des Rucksacks blieb stets trocken.
An Ausrüstung bringe ich unter: 5D, 100-400, 24-105, 24 und 45 und 90 TS-E, 100 Macro, 50 Macro, einige Lee-Filter mit Halterung und Adapterringen, Fernauslöser, Kleinzeug wie Taschenmesser und Stirnleuchte
Petzl Stirnlampe Zipka Plus. Bei dieser Befüllung bleibt leider kein PLatz mehr für Ladegeräte (also dann ab in den Koffer). Karten bringe ich in den speziellen Kartenfächern innen im Deckel unter. Die Kennzeichnung (leer oder bespielt) finde ich gelungen. Als vorteilhaft empfinde ich die durchgängige Tiefe des Hauptfachs von 16cm. So kan nich die 5D hochkant unterbringen, was mir Platz für ein zusätzliches Objektiv oder anderes Zubehör beschert.
Eine kleine Brotzeit bringe ich in der abtrennbaren Gürteltasche/ im Deckel unter. Da ist dann auch eine kleine Erstehilfetasche (vorsicht bei Flugreisen: Scheere in den Koffer).
Das Preisschild ist schon ordentlich. Jedoch reut mich kein einziger Euro. Wie gesagt, Personen bis ca. 180cm könnten durchaus mit dem Vertex 200 glücklich werden. Gegen die Verschmutzung der Träger nehme ich eine faltbare Sitzunterlage mit (ist im Fach mit der Thermoskanne verstaut) und lege sie unter den Rucksack. Oder ich baue kurz den Walkstool auf und lege den Rucksack darauf ab. Somit ist auch der Grund für einen möglichen Punkteabzug faktisch kein Thema mehr.
Ich bin mit dem ProTrekker 400 AW am Ziel meiner Taschenträume: Sehr gut verarbeitet, mir gefällt er, wirklich gute funktionale Details, erstklassige Passform und was in den 400er nicht rein passt, kann/ möchte ich vom Gewicht her auch nicht mehr tragen (voll und mit Notebook ist schon ganz schön heftig).
Freue mich schon auf's nächste Wochenende. Da geht es in den Nationalpark Berchtesgaden. Sehen wir uns? Sie erkennen mich am blauen Anorak, einer 5D mit Lee-Filterhalter und einem ProTrekker 400AW. Ich zeige Ihnen den Rucksack auch gerne...