Auf dem vorliegenden neuen Album Low Voltage präsentieren The BossHoss größtenteils bekanntes Songmaterial... jedoch in einem ganz anderen "Gewand". Viel softer und komplett mit orchestraler Unterstützung eingespielt, zeigen TBH endgültig, welch große musikalische Bandbreite sie abdecken können. Waren wir in den vergangenen 25 Jahren gewohnt, dass jeder halbwegs bekannte Künstler irgendwann ein Unplugged-Album veröffentlichte, haben Boss, Hoss, Hank, Frank, Guss, Russ und Ernesto diese "Masche" durch die Hinzunahme eines 30-köpfigen Orchesters künstlerisch angereichert. Ob man das als "Abzocke" bezeichnen sollte, sei mal dahingestellt. Was wäre dann mit einem Hit, den man zum dritten oder fünften Mal von einem anderen Künstler in einer Coverversion hören kann?
Neben den beiden völlig neuen Songs Have Love Will Travel und No One Knows sowie Sugarman vom erteilerten Tracklisting von Stallion Battalion spielen TBH einige ihrer wohl bekanntesten Hits. Mit großer Wahrscheinlichkeit hat jeder Fan einen Lieblingssong, der auf diesem Album fehlt. Ich hätte mit beispielsweise auch ganz gut Toxic, Word Up oder Truck'n'Roll Rules vorstellen können. Aber über Geschmack kann man trefflich streiten..... wie die Bewertung des Albums durch die anderen Fans zeigt. Stallion Battalion und Last Day gehen auch in der Low Voltage Version "ab". Break Free oder Mara Marry Me beispielsweise sind natürlich schon im Original soft und können deshalb eher nicht durch besondere Dynamik glänzen. Gut möglich, dass vor allem die Fans enttäuscht sind, die "nur" auf den rockigen Sound der Konzerte von TBH stehen. Diesen Fans rate ich, das Album "auszulassen" und auf das nächste (sicher wieder rockige) Album zu warten. Allen anderen kann ich dieses Album jedoch nur absolut empfehlen!
Unnötig zu erwähnen, dass das Preis-/Leistungs-Verhältnis der Low Voltage Deluxe Edition [CD+DVD] natürlich unschlagbar ist. Aber aus eigener Erfahrung sei allen Fans zugerufen, die TBH noch nie live gesehen haben: Geht hin!!! Und wie gesagt, wer Low Voltage nicht mag: The BossHoss gibt's live parallel auch in der gewohnt rockigen Fassung.