Low ist für mich persönlich eines der besten Alben von Testament, wenn nicht eines der besten im kompletten Metal-Genre.
Als ich durch einen Freund mit 15 auf diese Band stieß, kam ich nicht mehr davon weg. Die CD lief damals noch im Walkman rauf und runter, für ein halbes Jahr sicherlich und sie ist selbst nach dem xten Mal durchhören noch nicht langweilig geworden, da sie wirklich fast alles bietet, was das Metallerherz begehrt: wirklich heftige, schnelle Riffs gepaart mit herausragenden Leads und Soli von zwei Gitarristen, denen so schnell keiner das Wasser reichen kann, eine wirklich tighte Bassspur, einem Drumming das sehr exakt und abwechslungsreich durch den Gehörgang galoppiert und natürlich die unglaublichen Death-Growls von Frontman Chuck Billy.
Ja, Testament haben definitiv zu Onkel Death Metal rübergeschielt, nach dem Weggang des herausragenden Alex Skolnik, der durch James Murphy ersetzt wurde und inspiriert von Eric Petersons Nebenprojekt, das sich in der Death Ecke bewegte.
Zur Qualität der Produktion: Sie ist für 1994 in Ordnung, auch wenn man stellenweise die Ohren etwas spitzen muss um die einzelnen Instrumentenspuren trennen zu können. Die Produktion ist dennoch klar, es sind nur wenige einzelne Stellen.
Zu den einzelnen Tracks:
Der Opener Low
ist eine treibende Midtemponummer, die sofort ins Ohr geht. Es ist sofort klar, mit was man es die nächsten 47 Minuten zu tun hat. Vor allem Billys Growls sind wesentlich düsterer als auf den vorangegangenen Silberlingen.
Legions In Hiding
ist ein weiterer Midtempo Knaller mit mit sehr starkem Death Metal Einschlag und gigantischen Soli
Hail Mary
Jetzt wird die Geschwindigkeit etwas angezogen. Das Riffing ist hervorragend, das Schlagzeug überzeugt auch auf ganzer Linie mit Abwechslungsreichtum, Breaks und Tempowechseln
Trail Of Tears
Eine wundervolle Ballade mit gutem sogar schönem Gesang, verglichen mit den Growls. Das Lied verfügt auch über härtere Teile ab der Mitte des Songs, in der auch die göttergleichen Soli beginnen.
Shades Of War
Nach der Devise: 'schön heftig nach etwas softem' thrashen Testament im Midtempo mächtig einen auf
P.C.
Ist eher eine Downtemopnummer, die aber dennoch über viel drive verfügt
Dog Faced Gods
Ist der wohl härteste und Track auf dieser CD mit coolen orientalischen Harmonien und super Solo.
All I Could Bleed
Kommt etwas vertaktet aus den Boxen, mündet jedoch später in schnellere Gefilde um in ein cooles WahWah Solo überzugehen.
Urotsukidoji
Der erste von 2 Instrumentalen Tracks der CD. Am auffälligsten ist das geniale Basssolo das nur mit Schlagzeug hinterlegt ist. Der Gitarrensolo Teil ist auch mehr als eindrucksvoll.
Crashing Fear
Ist die Abwechslungsreichste Nummer der CD, hört selbst...
Ride
Wieder ein eher kurzes, dafür mächtig treibendes Lied
Last Call
Nun ja, sehr langsam sehr ruhig, und auf die Dauer eher langweilig, man kann es allerdings auch als Outro eines Albums ansehen das dem aufmerksamen Hörer viel abverlangt hat.
Zusammengefasst ist Low ein Album das man auf jeden Fall besitzen sollte, wenn man auf hochklassigen Death-Thrash Metal steht. Von mir volle 5 Sterne.