Im November 1971 ließen Traffic ein weiteres Meisterwerk vom Stapel. Sie veröffentlichten ihre insgesamt fünfte Studio-Scheibe unter dem Titel *Low Spark Of High Heeled Boys*. Das Album wurde in der Besetzung Steve Winwood, Jim Capaldi, Chris Wood, Ric Grech, Jim Gordon und Rebop Kwaku Baah eingespielt. Als Gastmusiker war Spooky-Tooth-Drummer Mick Kellie auf dem Song *Rainmaker* zu hören.
Mit dem Album wurde das musikalische Spektrum von Traffic ein weiteres Mal erweitert. Der Progressive Rock war immer noch hauptsächliches Stilmittel, allerdings wurde die Jazzeinflüsse, die bereits auf dem Vorgänger-Album präsent waren, wesentlich deutlicher ausgearbeitet. Ich halte *John Barleycorn Must Die* für Traffics absolutes Meisterwerk, aber *Low Spark Of High Heeled Boys* steht diesem Meisterwerk in nichts nach.
Bereits der 11minütige Titelsong ist den vollen Kaufpreis der CD wert, die anderen fünf Original-Songs halten dieses Nievau genauso mühelos. Steve Winwood und Jim Capaldi hatte es ein weiteres Mal geschafft die richtigen Songs zu verfassen und die kreativen Möglichkeiten der, nun auf sechs Mitglieder angewachsene, Band komplett auszunutzen. Die beiden Führungsköpfe waren sogar so mutig den Neumitglieder Jim Gorden und Ric Grech Kompositionsfreiraum zu gewähren, die den rolligen Track *Rock'N'Roll Stew* verfasst hatten, der sich nahtlos einfügen konnte.
Anspieltipps erübrigen sich vollkommen und wie das Nachfolgealbum beweisst war auch ein Ende der kompositorischen Kreativität noch nicht in Sicht, auch wenn sich das Bandkarussell immer weiter drehen sollte.
FAZIT: hervorragende Mischung aus Fusion, Rock und musikalischen Fähigkeiten...