Kennt Ihr diese Kisten unter den normal frequentierten Wühltischen in fast jedem Second Hand Laden? Zuerst stößt man mit den Schuhspitzen dran und, wenn man ganz abenteuerlustig (oder ausgehungert) ist, zerrt man vielleicht eine nach vorne und durchblättert diese unverkäuflich-darum-tiefergelegten Obskuritäten. Ladenhüter mit von merkwürdigem Geschmack gezeichneten Covers, wildes, unhörbares oder stinklangweiliges Gemurksel. Also Zeug, dem irgendwann die letzte Station als Deko im Schaufenster, Tapeten aus Vinylstückchen oder die Verwendung als Bass-Plektrum wenn nicht Schlimmeres droht.
No-Instrumentalistin Elisabeth Esselink schöpft aus dieser "überflüssigen" Musik wie beim Goldschürfen neue. Meistens die Liedanfänge werden mit spitzen Fingern in den Sampler eingeführt. Oder kurze, nur rhythmische Zwischenstückchen herausgeschnippelt. Aus diesem kunterbunten Geräuschhaufen werden dann mit viel Einbildungskraft und einer erstaunlichen Fähigkeit, darüber völlig eingängige Melodien zu erfinden, neue Platten wie diese gemacht. Vorurteilslos, spielerisch und absolut unverwechselbar. Sowas geht eben nur als Musikliebhaber!