Mal vorneweg: Bei einem Debutalbum dieser Qualität muss man den Hut ziehen.
Originell, eigenwillig und persönlich ist es allemal. Dennoch fällt es schwer, sich den Produktbeschreibungen der Amazon.de-Redaktion und der aufgeblähten Kurzbeschreibung kritiklos anzuschließen. Wer immer auch die Saga des Kate Bush Vergleichs in die Welt gesetzt hat - mit dieser hat nun Soap+Skin absolut nichts gemein. Da gibt es nicht einmal Sekundenbruchteile, die an die gute Kate erinnern. Während es über die stimmlichen Qualitäten einer Kate Bush sicher nicht zu diskutieren gilt, wirkt Anja Plaschg stellenweise schon etwas bemüht und angestrengt. Die Assoziation zu Nico liegt da deutlich näher, wenn schon verglichen werden muss (?!).
Vielleicht typisch für ein Debut, und deshalb auch legitim, ist die noch spürbare Stilsuche. Mal Simple-Klassik-Piano Fragmente (Cynthia), mal einfach gestricktes Akkordspiel (Spiracle), darauf ein Clint Mansell artiges Minimalpiano im Titel Mr.Gaunt PT 1000. Vollkommen überraschend dann im Marche Funèbre ein Keyboardssound den die Residents auch nicht hässlicher und nerviger hinbekommen hätten, das aber stimmig auf das unnötige und dahinblubbernde, instrumentale DDMMYYYY vorbereitet.
Und dennoch gibt es jede Menge Glanzlichter, geniale Passagen, viel Ungewöhnliches und manch Kreatives auf der CD zu hören. Vielleicht hinkt die Gesamtstimmung zu sehr in die Depression, jedenfalls vermittelt das Album eine nachhaltige Stimmung.
Lediglich der gepushte Hype, der um diese CD gemacht wird, erscheint mehr als übertrieben und versucht Anja Plaschg in künstlerische Höhen zu katapultieren, denen sie (noch) nicht gerecht wird.