Während die musikalischen Anfänge noch im deutschen Hip Hop Bereich und seiner Geburtsstadt Braunschweig liegen, haben der Umzug nach Berlin und die Single "Der Mückenschwarm" den Techno/House DJ und Produzenten Oliver Koletzki hervorgebracht. "Track des Jahres 2005" und "Best Newcomer 2005" (Groove Magazin) - die Szene zeigt sich begeistert und nicht nur Altmeister Sven Väth outet sich als Freund des Gebotenen. Schon im selben Jahr gründet der Wahlberliner sein eigenes Label "Stil vor Talent", auf dem er sein Debütalbum "Get wasted" (2007) und weitere zwei Jahre später "Großstadtmärchen" veröffentlicht. "Hypnotized" und "U-Bahn" dabei die beiden letzten Singleauskopplungen.
Nun legt der mittlerweile renommierte Elektrokünstler mit seinem 3. Album "Lovestoned" nach. Dabei verbinden ihn nicht nur die persönliche Beziehung zu Sängerin Fran, sondern die gemeinsame Idee zwischen Schlafzimmer und Club. Dem Titel entsprechend ist die Platte leichtfüßig, tanzbar und (melodie-) verliebt. Nur schwer kann man sich dem berauschenden Charme eines "Echoes" oder "<3" entziehen. Fran, die Sinne betörende Sirene, während Koletzki ihren Gesang mit geschmeidigen Klang-/Rhythmusteppichen untermalt. Panflöte, Handclaps, gefühltes Meeresrauschen sorgen für den sommerlichen Soundtrack. Ebenso Begleitinstrument für die intimen Momente zu Zweit wie für eine ausgelassen gefeierte Clubnacht. Synthie Pop, 70er Jahre Disco Glam und 90er Ambient-Pop, selbst Jazzeinflüsse (I might) sind auf der Platte zu vernehmen. Ein Opener wie "Lovestoned", "Fingertips" oder das einzig instrumental gehaltene "Hollywood Boulevard" belegen jedoch auch den bestehenden Housecharakter seiner Musik. Nicht wenige werden darauf wieder mit ihren Händen den "ganzen Club grüßen" oder "die Gartenschere auspacken". Auftritt Fran auch beim Hidden Track, bei dem die Sängerin lediglich vom Piano begleitet wird. Koletzki lässt der Stimme seiner Freundin sehr viel Raum zur Entfaltung, was dem Album durchaus gut tut. Die erste Single "Arrow and bow" der Beweis für die ansprechende Fusion aus Stimme, Disco Beat und Melodie. Lediglich "Strandbar Berlin" geht für meinen Geschmack als zu gewollte Chill/Out Lounge Nummer durch, bei der nicht zuletzt der Text leichte Negativreizungen erzeugt. Unabhängig davon ist "Lovestoned" absolut gelungen und öffnet gleichermaßen die Herzen wie manch wolkenverhangenen Himmel. Es darf getanzt bzw. geliebt werden.
Anspieltipps: "Arrow and bow", "Echoes" und "Hollywood Boulevard"