ich hab' letzte woche nach längerer zeit mal wieder die videotheken nach etwas "frischem" durchsucht.
und zwischen den ganzen fäkal-, teenie-, slapstick- und 08/15-komödien, die in letzter zeit ja wieder gehäuft die dvd-regale der elektromärkte einnehmen,
habe ich dann eine dvd entdeckt, die trotz denise richards auf dem cover irgendwie unterhaltsam und anspruchsvoll aussah.
auf der rückseite wirbt der streifen mit dem slogan: für alle fans von screwball comedies à la american pie.
eigentlich wirkt diese eigenwebung äusserst abschreckend auf mich, da jede teeniekomödie in den letzten 10 jahren mit diesem vergleich für sich geworben hat,
aber ausleihen kostet ja nicht die welt, daher einfach mal zugeschlagen.
wenn man sich den plot des filmes in ruhe durchliest, bekommt man eigentlich schon eher die perfekte storyline für ein drama geliefert.
problemschüler sam gründet einen escort-service für reife damen um sich die schulgebühren leisten zu können.
ein weiterer satz auf dem rücken der dvd-hülle lautet nämlich: starbesetzte hollywoodkomödie im fahrwasser von desperate housewifes und cougar town.
aha! hier wird auf ein und der selben dvd mit american pie und desperate housewifes verglichen.
ich meine, zweiteres liegt auf der hand, da der streifen ja den untertitel "desperate wifes" trägt
aber alles in allem passt das irgendwie, da im grossen und ganzen ein haufen aufgeklärter und notgeiler schüler
auf eine gruppe vernachlässigter und unbefriedigter hausfrauen trifft.
das besondere bei diesem film sind allerdings die charaktere sam (kyle gallner) und dan fox (james belushi), die sich hier schauspielerisch
und storytechnisch den ball zuwerfen, wie ich es seit dead poets society nicht mehr gesehen hab ... und somit diesem streifen auch einen eigenen touch geben,
der in keinster weise mit american pie oder desperate housewifes zu verlgleichen wäre, sondern beides übertrifft.
und dabei versucht "loverboys" auch in keiner sekunde übertrieben witzig oder krampfhaft lustig zu sein.
dieser streifen hält sich originalgetreu an die dramatik der situation, stellt keinen charakter als vorbild oder helden dar,
lässt den zuschauer die gesamte gefühlspalette durchleben und überrascht mit einem ende, dass für diesen film eigentlich überhaupt nicht überraschend ist.
da wären wir auch schon bei meinem einzigen kritikpunkt:
die story ist wunderbar durchdacht. sie ergibt sinn, macht spaß und lässt mitfiebern. aber man erahnt leider schon sehr schnell,
in welche richtung sich das ganze entwickeln wird.
dass es sich hierbei nicht um eine feel-good-komödie handelt, erkennt man sofort. aber genau diese erkenntnis sorgt dafür, dass der geplante "OH MY FU**ING GOD"-moment
dann leider nicht so stark unter die gürtellinie trifft wie geplant.
und somit ist "loverboys" nämlich leider nur noch ein wirklich gelungenes und unterhaltsames drama, dass tatsächlich mit einigen nennenswerten szenen aufwartet,
aber dann letztendlich doch in einigen wochen die frage aufwirft:
"loverboys? was war das nochmal?"