Super700 schwimmen im elektronischen Zeitgeist und gehen auch sonst mit ihrem zweiten Album auf "Nummer sicher“.
Die Rockgitarren sind weitestgehend im Keller verschwunden, die Kanten geglättet: Synthie-Beats und Streicherflächen rücken auf dem neuen Super700-Album „Lovebites“ nun verstärkt in den Vordergrund. Die Vorabsingle „Tango“, die bereits im Oktober letzten Jahres erschien, knüpft noch an den ruppigeren Sound des selbstbetitelten Debüts von 2006 an, der Rest der Platte hat sich einen überwiegend zuckersüßen Pop-Pelz übergeworfen.
Was geblieben ist, sind die harmonisch durchaus komplexen Arrangements und das wundervolle Zusammenspiel der Stimmen der drei Ramadani-Schwestern Ibadeth, Ilirjana und Albana. Vor allem an den leiseren Stellen des Albums, wie im simplen, aber intensiven „Rosebud“ oder dem experimentell-sphärischen „Revolution“, kommt das Stimmengeflecht der drei besonders gut zur Geltung. Hier hat das Album seine Stärken.
Der Rest ist solider Pop mit Achtziger-Synthie-Einschlag und elektronischen Spielereien, aufgelockert durch mehrere einminütige Interludes. Diese viel versprechenden Ideen hätte man ruhig zu Ende denken können. Die eingängigen Rock-Hooklines, die das erste Album so besonders machten, muss man mit der Lupe suchen.
Im Endergebnis klingen Super700 also nicht mehr so aufregend wie noch vor drei Jahren. Statt an einer Vertiefung ihrer Besonderheiten arbeiteten sie lieber an ihrer Charts-Kompatibilität. Was Fans der Band und potenzielle Neuentdecker aber nicht unbedingt abschrecken sollte. „Lovebites“ ist dennoch ein gutes Album geworden. Es hätte allerdings ein noch Besseres werden können.
Arne Hirsemann
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