Das zweite Album klingt so wie das erste Album vieler Senkrechtstarter von der Insel. Rauer, ungeschliffener, "schmutziger". Das liegt zum einen an der bis ins kleinste Detail ausgefeilten Produktion des Debüts und zum anderen daran, dass sie die Produktion für Album Nummer zwei selbst übernommen haben und ihr eigenes Ding machen konnten. Deshalb merkt man nun auch, dass die alten Produzenten ihre Vorbilder Joy Divison und The Cure nicht mehr zu kopieren versuchen, sondern die Band ihren Sound entwickeln will und kann. Dass spiegelt sich in verschiedenen Facetten wider: Auf dem Debüt verschmolz ein Song mit dem nächsten und man fand sich in einem wunderschönen Dschungel von 80er-Postpunk- und Rockangehauchten Melodien. Diese Genres wurden nun noch um die Facetten Electroeffekte (hört sich vielleicht schlimmer an als es klingt), Xylophon oder krachende Drums erweitert. Hier ist nun jeder Song ein Eckpfeiler für sich. Songs, die schnell in Ohr und Bein gehen, wie die Singles Love And Terror und New Mexico oder der Opener All These Things. Und etwas sperrigere Songs, die erst nach mehrmaligen Hören ihre ganze Schönheit erkennen lassen, wie Lips Taste Like Tears, Hospital Bills und Moving To Berlin. Ich persönlich mag Songs mit Substanz, die man selbst entdecken muss, um am Ende, umso mehr Freude daran zu haben.
Love And Terror bekommt durch die experimentelle Produktion einen Garagenrockcharakter, der dem Sound der Cinematics sehr gut tut, ihre Wurzeln aber nicht überdeckt, sondern nur erweitert.
Mir persönlich gefällt das Debüt sehr sehr gut, allerdings kann ich auch die Kritiker, zumindest im Ansatz, verstehen, die vor zwei Jahren von zu wenig Eigenständigkeit, Kreativität und zu viel Kopie sprachen. (Der Musikexpress beispielsweise watschte die Platte mit 2 Sternen ab.) Diese Ausreden können sie jetzt aber nicht mehr geltend machen. Hinter dieser Platte stecken 100% Cinematics und bitte liebe Kritiker, diese Platte ist es doch wirklich wert, für eine größere Hörerschaft schmackhaft gemacht zu werden!!!
Auch live ist die Band ein wirkliches Highlight. Wer die Band im September verpasst hat, bekommt im November noch einmal die Gelegenheit die vier Schotten auf deutschen Bühnen zu erleben. Unbedingt hingehen!!!