Kurz zum Inhalt: Der aus reichem und traditionsbewusstem Elternhaus stammende Jurastudent und Eishockeyspieler Oliver Barrett IV (Ryan O'Neal) verliebt sich in den 1960ern in die begabtem aber mittellose Musikstudentin Jenny Cavalleri (Ali MacGraw). Durch ihre Hochzeit kommt es zum Bruch zwischen Oliver und seinem Vater (Ray Milland). Jenny und Oliver müssen sich die restliche Studentenzeit mit geringen finanziellen Mitteln über Wasser halten. Als Oliver endlich seinen ersten Job als Rechtsanwalt antritt, scheint die mühsame Zeit überwunden ' doch die schwersten Stunden stehen dem Paar noch bevor, denn Jenny ist totkrank.
Was sich anhört wie eine kitschige Hollywood-Schnulze, von der es tausende gibt, entpuppt sich als zeitlose Geschichte einer großen Liebe. Der Schwerpunkt der Handlung liegt zu keinem Zeitpunkt auf dem tragischen Ende (der Zuseher erfährt nicht, an welcher Krankheit Jenny leidet; die Zeit der Krankheit nimmt vergleichsweise wenig Zeit in Anspruch), sondern vielmehr auf dem Wachsen der Liebe der beiden Hauptdarsteller: Beim Kennen lernen sind die Dialoge noch geprägt von Vorurteilen, dann von den Ängsten über die Herkunft des anderen, die einem selbst völlig fremd ist. Schließlich erreicht die Liebe ihren Höhepunkt (und der Film den einzigen kritischen Punkt, tatsächlich in Kitsch abzugleiten) in der bekannten Zeile 'Liebe heißt, niemals um Verzeichnung bitten zu müssen' (Original: 'Love means never having to say you're sorry.'), was ich interpretiere als 'Es ist unnötig zu verzeihen, wenn man versteht, warum der andere so gehandelt hat.'
Ich kann den Film nur empfehlen: Die Dialoge sind schlagfertig, schnell, außergewöhnlich und auch zum Schluss hin unpathetisch. Legendär und zu Recht oscarprämiert ist die großartige Filmmusik von Francis Lai, mehr als solide und absolut glaubwürdig die Leistung der beiden Hauptdarsteller. Überhaupt sind alle Rollen brillant besetzt. Gesamturteil: Auf keinen Fall verpassen!