Schon nach den ersten Takten läuft es einem schaurig-wohlig den Rücken herunter. Was für eine Stimme, was für ein Timbre, was für ein zerbrechlicher wirkender, und doch so kraftvoller Ausdruck. Der neue Soul-Crooner DK Ibomeka stammt aus Canada, ist Sohn nigerianischer Einwanderer, fast 2 Meter groß und auch musikalisch, eine erstaunliche Erscheinung. Seine Stimme, die man zwischen dem tiefen Blues eines Big Joe Williams und dem herzerwärmenden Soul eines Walter Jackson ansiedeln könnte, ist ein extrem schmiegsamer Bariton, den er mühelos über drei Oktaven jagt. Der angehende Medizinstudent verliebte sich in eine Ella Fitzgerald CD und fing heimlich an zu singen und zu texten. Erst eine „A Capella-Demonstration“ in der Küche, vor seinen verdutzten Eltern, die keine Ahnung von den Gesangs-Talenten ihres Sohnes hatten, machte seinen Entschluß Sänger zu werden, unumkehrbar. So pendelt er auf seiner ausgezeichneten Debüt-CD: „Love Stories“ mühelos zwischen Soul, Jazz und Blues. Alle Songs, neu wie alt, die von der immer wieder unergründlichen Liebe in all ihren Facetten handeln, sind von gleich hoher Eindringlichkeit, aber DK Ibomeka könnte wohl das Telefonbuch vorsingen und alle würden erstaunt zuhören. Hier kommt ein ganz großes Talent ins Rampenlicht.