Love & Rage
ist ein düsterer Film über Liebe und Hass, Verlangen und Verstoßen.
Eigentlich ist Agnes Mac Donnell eine starke Frau, die als Gutsbesitzerin im
19. Jahrhundert ihr großes Land als Engländerin ganz souverän in Irland verwaltet. Bis er auftaucht: James Lynchehaun, ein zorniger, wilder ungeschliffener Ire, ohne jegliches Benehmen, der sich einfach nimmt, was er will. Allen macht der fremde und durchschaubare Mann Angst. Er erfindet Geschichten und nennt sich selbst den Teufel, ist belesen, brutal, aber auch sensibel. Die beiden beginnen eine Affäre, die unter keinem guten Stern steht. Sie hassen und sie lieben sich. Sie jagt ihn fort und er holt sich brutal zurück, was er glaubt, das ihm allein gehört. Während Greta Scacci mit großer Souveränität ihren Part überzeugend gibt, wird Daniel Craig als Lynchehaun mit zunehmender Zeit immer bedrohlicher und abstoßender. Er spielt seinen Charakter, der keinen Respekt und keine Überzeugung kennt, so beängstigend gut, dass er eins wird, mit der Nacht, durch die er sich ständig in ihr Haus schleicht.
Während die Schauspieler ihre Rollen wirklich sehr gut beherrschen, bleibt jedoch das Irland seiner Zeit etwas auf der Strecke. Der Film bezieht sich zunehmend auf die Hassliebe und weniger auf irgendwelche Ereignisse. Dabei bleibt auch der wahre Charakter Lynchehauns im Dunkeln, auch seine Motive bezüglich seines patriotischen Einsatzes für sein Land. Für mich persönlich ist er ein Mann ohne Prinzipien und Ideale, der nur sich selbst gut ist und gern andere beherrscht, Kontrolle übernimmt.
Daniel Craig zeigt einmal mehr, dass er der Herr über gespaltene Persönlichkeiten ist. Äußerst überzeugend zeichnet er seine Figur, die Frauen und Männer gleichermaßen um den Finger wickelt. Es scheint, als wäre dieser Mann die Verkörperung der Freiheit. Es ist immer wieder faszinierend zu sehen, was zu leisten er imstande ist, wenn man ihn lässt.
Die Qualität der DVD ist allerdings in Bild und Ton nur durchschnittlich. Mr Craig hat mal wieder (wie in fast jedem der älteren Filme) eine andere Synchronstimme (sehr gewöhnungsbedürftig), die auch mnachmel sehr steril und unpassend wirkt. Also, das Original anschauen!
Die Farben driften ab und an mal ins Gelbliche und mal ins Grünliche ab.