Ich gebe es zu:
Ich habe mir die CD gekauft, weil Barbara Dennerlein ihre Produktionsfima in München Trudering hat und nicht zuletzt deshalb, weil mich die anderen schriftlichen Rezensionen beeindrukt haben.
Barbara Dennerlein ist also ein absolutes Neuland für mich; ein Blind Date - sozusagen.
Dies bietet auch Vorteile: Ich bin unvoreingenommen, nicht geprägt und vergleiche nicht mit früheren Produktionen von Ihr.
Der Nachteil: Die Vergabe der Sterne ist wohl willkürlich (ich kann 2, 3 oder sogar 4 Sterne anklicken).
Bewerten wir doch zuersteinmal das ästhetische Empfinden beim erstmaligen zuhören:
Die Balladen, die mir begegnen sind dunkel, teilweise klingen sie - sagen wir mal "scharzromantisch". Ja, man könnte sagen "gruftig" (Black Narcissus, Pendel der Zeit) ...Wie gesagt, es ist meine erste Begegnung mit der Künstlerin.... Bei aller Distanziertheit meiner Person zu Ihr, bemerkt man eine gewisse Intimität, die sie mitteilen kann. (Love Letters).
Barbara Dennerlein bekommt offensichtlich selbst beim Spielen Flügel. Sie spielt mit einer grossen Hingabe; - sie gibt sich. Die Klangvielfalt die sie produziert ist bemerkenswert.
Aber ist Vielfalt auch Qualität? - Ich weiß noch nicht! Manches Mal fühle ich mich an die Organisten von Pink Floyd, Yes oder Emerson Lake und Palmer erinnert. Nach kurzer Zeit verschwand dieses Deja Vu und etwas Anderes entstand:
Die Hammondklänge werden rhytmischer, die Bässe leicht und federnd. Den Hit der Rhyth'm Sticks, den manchmal treibenden, manchmal sanft unterstützenden und teilweise zurückhaltenden Schlagzeugbeat muss man einfach mögen.
Romantik? Das leider stellte sich bei mir nicht ein. Ein Liebesbrief? Da verstand ich die Sprache noch nicht geügend. Der Funk in der Eröffnungsnummer gefiel am allerwenigsten.
Enttäuschung? Durchgefallen? Mitnichten!!
Diese Scheibe ist ein Zweites, ja Drittes Hören wert.