"Tie up my hands" befiehlt Sänger und Gitarrist James Walsh im ersten Song und fesselte mich sofort mit einer Melancholie, für die ich einer Band um den erst 21 Jahre jungen Songwriter beneide - Respekt! Benannt nach einem Album des Vokalakrobaten Tim Buckleys messen Starsailor mit "Poor Misguided Fool" dem zweiten Track zwar mehr Power mit akkurat geschlagenen Klampfen bei, es bleibt allerdings bei der fesselnden Melancholie und dem Bedürfnis, sich ein Glas Wein einzuschenken und den Wolken beim vorbeiziehen zusehen zu wollen. Wenn das der Brit-Pop der Zukunft ist, werden sie es tatsächlich schaffen, in mir einen weiteren Fan zu finden. Mit "Alcoholic", dem dritten Track der Scheibe, schaffen sie es dann auch gänzlichst, mir den letzten Funken zögernder Melancholie aus dem Herz zu quetschen. Man versinkt förmlich in den wundervollen Tönen und der schon jetzt als charismatisch zu bezeichnenden Stimme. "Lullaby" lässt einen wieder ein wenig wach werden, klingt ein wenig fröhlicher, spendet inhaltlich ein wenig Kraft und "treibt". Wem das zu 'spaßig' ist, drückt einfach einen Track vor und gelangt mit "Way to fall" wieder in die anfänglich erwähnte Stimmung - wunderbar für einsame Nächte bei Kerzenschein; Vielleicht in Gedanken an verlorene Liebe... Die noch lange nicht gestorbene Hammond kommt bei "Fever" deutlich und gut gewählt zur Geltung, ein kraftvolles Lied, leicht bluesig und passend für die Stimmung dieser Scheibe.
Bei "She just wept" überkommt mich unwillkürlich Liebeskummer zur Vergangenheit, es fühlt sich 'warm' an - während "Talk her down" wieder die für Starsailor eigene Power rüberbringt; Wundervolle Harmonien im Chorus, fantastisches instrumentelles Zusammenspiel!
Der Namensgeber des ganzen Albums bringt mich in wundervoller Weise dazu, mir selbst Fragen zu stellen, sie selbst zu beantworten und man fühlt sich wieder an einsame Herbstabende mit dem zerenden Gefühl von Schmetterlingen im Bauch erinnert. Eine wunderschöne Ballade. "Good Souls" 'treibt' - trotz traurigem Text - voran und der letzte Track, "Coming down" holt einen dann auch wieder runter, wenigstens textlich gesehen. Alles in allem kein 'Weichei- Album', wie ich schon oft gelesen habe.
"Love is here" ist ein wunderbares Album, das den nötigen Respekt verdient hat. Es kann locker mit amtierenden Charts-Besetzern mithalten und teilweise an ihnen vorbeiziehend. Eine Band, die auf mehr hoffen lässt. Ein ruhiges, grandioses Album!