Regisseur Christian Faure versteht es, das dramatische Potential, das in der Konstellation seiner vier Hauptfiguren (zwei latent rivalisierende Brüder, davon einer straffällig, der andere versteckt homosexuell, ein im Widerstand kämpfender Drucker und eine untergetauchte Jüdin) begründet ist, vor allem in der ersten Hälfte des Films voll auszuschöpfen. Problematisch ist der Film allerdings da, wo er übertrieben drastisch die Verfolgung des homosexuellen Jean durch die Deutschen zeigt. Hier wird zugunsten billiger Schockeffekte dick aufgetragen - bis hin zum Maskenbild, für das dies wörtlich gilt. Dabei nimmt der Regisseur auch historische Ungenauigkeiten in Kauf: So wird im KZ Mauthausen ein schwuler Häftling mit einem Flammenwerfer lebendig eingeäschert, zu Arbeiten im Steinbruch wird (einem weitverbreiteten Klischee gehorchend) Wagnermusik gespielt, Jean wird schließlich im KZ Dachau einer Lobotomie unterzogen (all das ist historisch nicht verbürgt, die Realität der Konzentrationslager war schrecklich genug, so dass solche Horroreffekte nur als überflüssig zu bezeichnen sind). Darüber hinaus krankt die Personenzeichnung an der karikaturenhaften Darstellung der Nebenfiguren (Kollaborateure, Deutsche), wodurch ein schaler Nachgeschmack bleibt. Weniger wäre in diesem Fall mehr gewesen!