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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Komödie, Drama, Action und Liebesfilm in einem, 5. Dezember 2009
Ich habe den Film auf der Nippon Connection 2009 in Frankfurt gesehen. Zuerst habe ich die 237 Minuten Laufzeit für einen Druckfehler gehalten, aber der Film ist wirklich so lang. Aber wenn man ihn sieht, vergeht die Zeit wie im Flug. Dieses Meisterwerk von Sion Sonos schafft es als leichte beschwingte Komödie zu starten und sich dann in einen gut bekömmlichen Potpourri aus Komödie, Drama, Kampfkunst und Liebesfilm zu verwandeln. Das geht nicht? Doch, Love Exposure schafft das.
Es geht um den unbedarften und kreuzbraven Schüler Yu, der zu keiner Sünde fähig ist. Und damit beginnen Yus Probleme, da sein Vater, der nach dem Tod seiner Frau zum katholischen Priester geweiht wurde, seinem Sohn unbedingt die Beichte abnehmen möchte und sein Sohn angeblich nicht sündigt. So macht sich Yu auf, ein sündiger Mensch zu werden. Er geht bei einem Meister des Unter die Röcke fotografieren in die Lehre und lässt sich zum Perversen ausbilden. Sein Training erinnert nicht von ungefähr an unzählige Hong Kong Kung Fu Filme. Ja, die Story ist so schräg wie sie sich anhört, ist aber genial umgesetzt. Schließlich trifft er aufgrund einer verlorenen Wette als Mädchen verkleidet auf die männerhassende Yoko, die sich bei einer Straßenschlägerei in Yu als Mädchen verliebt. Als ob diese Komplikationen nicht reichen würden, hat auch noch eine obskure Sekte ihre eigenen Pläne mit den Beiden....
Danach beginnt dann der Film erst richtig Fahrt aufzunehmen, bis zum großen Finale nach fast vier Stunden, wo auch demonstriert wird, dass ein Japaner mindestens zwanzig Liter Blut im Körper hat, manchmal auch etwas mehr, was dann in dicken Strömen an die Wand spritzen kann. Wer mal ein etwas anderer Film fernab des Mainstreams sucht, der tiefgründige Themen wie Liebe und Religion, bzw. Sektierertum behandelt, ohne dabei sich zu sehr in Symbolik und Langatmige Dialoge zu verlieren, der ist bei Love Exposure richtig. Oder wenn man für einen DVD Abend die Wünsche nach romantischer Komödie, Drama und Action unter einen Hut bringen muss. Dieser Film ist lang, aber ich wollte keine einzige Minute davon missen.
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Atemberaubend!!, 29. Januar 2010
Von diesem Film bin ich schlichtweg überwältigt!
Da ich einige Werke von Sion Sono schon kenne und schätze, hatte ich eine gewisse Erwartungshaltung. Ich dachte mir anfangs, bei über 200 Minuten werden sicher ein paar Längen im Film sein, bei denen man Lust hat, vorzuspulen.
Ich habe mich ordentlich geirrt.
Von der ersten Minute weg habe ich diesen Film richtiggehend aufgesogen. Ich konnte einfach nicht aufhören, ich war von der Story so gefesselt. Es gibt schnelle Schnitte, hohes Tempo, aber ganz gegensätzlich auch sehr ruhige Momente. Faszinierenderweise funktionieren diese Tempowechsel hier ausgezeichnet.
Dieser Film ist so facettenreich, wie kaum ein anderer. Es ist eine Komödie, ein Drama, ein Thriller, ein Actionfilm ein Splatterfilm, ein Märchen, ein Liebesfilm, ein Erotikfilm und vieles mehr.
Love Exposure ist bahnbrechend und zeigt meiner Meinung nach neue Möglichkeiten auf, was Film und Kino bewirken und seinem Publikum geben kann, abseits von computeranimierten Blockbusterepen.
Versteht mich nicht falsch, ich bin wahnsinnig beeindruckt von Avatar, auch er ist bahnbrechend, (ich habe diesem Film auch 5 Sterne gegeben) aber eben auf eine andere Art.
Love Exposure ist ein Epos der Emotionen, ein Epos der Gefühle, des Menschseins. Es lässt einen lachen, es lässt einen eckeln, es lässt einen hassen, es lässt einen sich schämen,es lässt einen heulen, es lässt einen glücklich sein usw.
Wen Oldboy fasziniert hat, der sollte auch unbedingt Love Exposure ansehen, denn beide Filme führen uns auf eine emotionale Achterbahnfahrt, zeigen schmerzhafte Brutalität, sind zutiefst menschlich und greifen ungeschminkt und radikal Themen auf, die häufig tabuisiert werden.
Es stört überhaupt nicht, dass es keine deutsche Synchronfassung gibt, Das Japanisch mit deutschen Untertiteln funktioniert ausgezeichnet.
Must see!!!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Hohelied der Liebe, 1. Januar 2010
Wenn ich in den Sprachen der Menschen und Engel redete,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke.
Und wenn ich prophetisch reden könnte und alle Geheimnisse wüsste und alle Erkenntnis hätte,
hätte aber die Liebe nicht,
wäre ich nichts.
Und wenn ich meine ganze Habe verschenkte und wenn ich meinen Leib dem Feuer übergäbe,
hätte aber die Liebe nicht,
nützte es mir nichts.
(Aus: 1. Korintherbrief (13): Das Hohelied der Liebe)
Das Hohelied der Liebe ist der Klimax im neusten Film von Strange Circus Schöpfer Sion Sono. Dass es einen solchen überhaupt bei vier Stunden Filmlänge geben kann, mag verwundern, noch dazu, weil der Film alles andere macht, als sich an herkömmliche Erzählstrukturen zu halten. Sono beschleunigt und bremst das Tempo, wechselt Bildersprache, Kamerastil und Soundtracks wie es ihm gefällt.
Ai no Mukidashi (Love Exposal) ist ein filmischer Rausch. Gleich einem Betrunkenen, der sich in den ersten Minuten an den Ansätzen einer Liebesgeschichte berauscht hat, torkelt er dem großen Filmfinale entgegen. Dabei wankt der Film einmal links und einmal rechts ohne sich geradlinig bewegen zu wollen. So gibt es eine mehr als halbstündige Sequenz, die sich ausschließlich der Kunst der Schoolgirl-Panty-Fotographie widmet, eine Kastrationsszene, die man wohl so noch nie gesehen hat, Familiendrama, Klamauk, Sexploition, Gesellschaftskritik, und und und. Um auf seinem Weg nicht umzufallen, hält sich der Film manchmal an gewissen Laternen fest, wie z.B. die Filmzitate auf Asia-Klassiker wie Sasori.
Die größte Leistung besteht aber wohl darin, dass der Film trotz all dieser Ausflüge in die cineastische Botanik sein Ziel nie aus den Augen verliert und es dadurch schafft, über die gesamte Filmlänge (237 Minuten!!!) spannend zu bleiben. Selten sah ich ein so zufriedenes Publikum aus dem Kino gehen. Froh, traurig, amüsiert, entsetzt, berührt und so vieles mehr, waren wir alle worden.
Sion Sono wird immer besser. Was mag da jetzt noch kommen? Scheinbar eine Doku über nordischen Deathmetal. Ja, echt! Whatever, ich freue mich schon darauf.
Endlich wieder ein Meisterwerk aus Asien. Ansehen, solange es noch geht!
8,5 von 10 Panty-Shots
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