In diesem Buch wird deutlich beschrieben, dass nicht nur finanzielle Interessen hinter der Ausbeutung aller Tiere und der totalen Verdinglichung mancher Tiere (der sog. "Nutztiere") stecken.
Die dem allen zugrunde liegende Ideologie verursacht, dass die meisten Menschen gar kein Problem in der Ausbeutung von Tieren und vor allem im Essen MANCHER Tiere sehen.
Wie schon Ludwig Wittgenstein (in etwa) sagte: Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Wirklichkeit.
Finanzielle Interessen haben die tierausbeuterischen Industrien und diejenigen, die mit ihnen zusammenarbeiten.
Die vorherrschende Ideologie aber ermöglicht es diesem verbrecherischen System, unbehelligt weiterzuquälen und zu -morden.
"Was labert die da von Ideologien ?" fragen vielleicht manche. "Mein Schnitzel ist doch keine Ideologie, sondern ein Kulturgut!"
Die Mehrheit der Menschen sieht Vegetarismus und Veganismus als Ideologien; Vegetarier und Veganer essen nicht nur anders, sondern denken auf eine bestimmte Weise. Es ist den meisten Menschen aber nicht bewusst, dass hinter der Ausbeutung von Tieren EBENSO eine Ideologie steckt, mit der wir alle aufwachsen und die wir daher (zumindest zunächst) nicht hinterfragen.
Wer ignoriert, dass eine Ideologie, sogar eine Doktrin hinter Speziesismus und Karnismus steckt, der entscheidet sich für eine intellektuelle Präpubertät.
Ich empfehle in diesem Zusammenhang auch "the world peace diet" von Dr. Will Tuttle. Beide Autoren, er und Melanie Joy, beschreiben die Indoktrinierung von Kindesbeinen an. Will Tuttle erklärt, warum es sich beim Essen und Ausbeuten von Tieren um eine Doktrin und Indoktrinierung handelt - und nicht bloß eine Tradition oder kulturelle Sitte.
Beide sind offensichtlich sehr kluge Menschen, die sich einfach und verständlich ausdrücken können.
Melanie Joy geht eher auf die negativen Aspekte des Karnismus ein und beschreibt, wie das karnistische System funktioniert, während Tuttle in der World Peace Diet weniger darauf eingeht, dafür aber Lösungsvorschläge anbietet.
Melanie Joy hat noch mindestens ein weiteres Buch über systematische Tierbefreiung geschrieben, also pessimistisch ist sie ebenfalls nicht. Es liegt an uns Menschen: wir müssen uns selbst und anderen bewusst machen, dass wir bereits als Kinder einer Indoktrinierung zum Opfer gefallen sind, diese Ideologie hinterfragen und unsere eigene entwickeln; am besten natürlich einen respektvollen Umgang mit dem Leben "der anderen" etablieren und wir wissen eigentlich alle, dass "Respekt" keine Ausbeutung bedeuten kann.
Nur durch die Befreiung von der Ausbeutung der Schwächeren können wir uns selbst befreien und auch das menschliche Leben gebührend respektieren.
Es ist ja immer dieselbe Gewalt: die Gewalt gegenüber den Schwächeren.
Wenn wir die Schwächeren respektieren, respektieren wir uns selbst erst recht. Wenn wir die Schwächeren nicht respektieren, dreht sich die Spirale der Gewalt immer weiter und kommt meistens bei uns selbst an.