Ok - ich gestehe: ich mag, nein ich bewundere AIR für ihre Kunst: sie schaffen eine Atmosphäre, die irgendwie jenseits der 70er liegt. Natürlich musikalisch betrachtet, eine Sommerhitze einfangend, die auch den Winter durchhält, also mit Genre spielt und das Moderne nicht vergisst, eine Kombination kreiert, die durchaus gänsehautfördernd und gleichzeitig blue im-sinne-von faustdick-hinter-den-ohren-abgefuckt-cool tauglich ist. Musikalisch - ach ja - sie wissen ihre Knöpfe zu drehen - aber darum gehts nicht.
Ich machs kurz:
1. Do the Joy: knarziger, abrupter Beginn - mit der Aufforderung "Do the Joy" - fette Synthies, schnelle Entfaltung, toll - nur die Vocoder stören manchmal (im Kontrast zu eher echt gesungen).
2. Love: wahrscheinlich titelgebend - klingt auch wie aufgewärmte Affäre - trotzdem nett ... ach was ...
3. So Light Is Her Footfall: was soll das denn bedeuten ...? egal, typisch AIR der letzten Jahre. Schon schön.
4. Be a Bee: schneller. groovy. Quentin kam gerade mal vorbei. irre, wie ein 3:46min Song wirken kann: wie ein 10minütiger kurzfilm!
5: Missing The Light Of The Day: Jetzt gehts los. Dachte ich. der Refrain ist doof, ab der Mitte des Songs wirds leider erst geringfügig spannend.
6: Tropical Disease: typisch & eigentlich instrumental. filmisch. verwirrend. plötzlich eine Stimme. Kitschhymne. Remix wird nächste Single. Das, was ich mir gewünscht habe. Ganz toll. Und plötzlich zu Ende ... wie schade.
7: Heaven's Light: könnte auf einer der letzten drei Platten gewesen sein - kenn ich irgendwie schon. macht ja nix, ... schön!
8: Night Hunter: Ganz am Anfang kurzer Disco-Start (das wär doch mal was!), dann aber ganz AIR-gewohnt: klarer Beat, nette Melodie, schon wieder typisch und ein bisschen belanglos.
9. Sing Sang Sung: "So nett, auf der Welt zu sein" denk ich mir immer, wenn ich das höre. Sehr seicht, aber leicht & süß, ohne kitschig zu sein. Wird sicher in irgendeinem Werbeclip verbraten.
10. Eat My Beat: hier kommt noch mal kurz (und schon wieder) Tarrantino vorbei ... werde nach Sing Sang Sung aus meiner Welt gerissen und ... finde das nicht schlimm. Macht Spaß! Und am Ende bin ich echt wach.
11. You Can Tell It To Everybody: Klasse. Cool (und trotzdem freundlich verspielt). Stimmiger Instrumenten-instrumental-Mix.
12. African Velvet: Noch ein Instrumental zum Schluss: Gitarrenlastig, stimmungsvoll, spielerisch, nett. Und sogar ein Saxophon (was nicht nervt)! Kann jetzt aber auch schlafen gehen ...
Und schon ist es vorbei. Komisch - waren doch erst 45min. Mein Zeitgefühl sagt deutlich mehr... besteht darin die Kunst?