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Lourdes
 
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Lourdes

Sylvie Testud , Léa Seydoux , Jessica Hausner    Freigegeben ohne Altersbeschränkung   DVD
3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
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Produktinformation

  • Darsteller: Sylvie Testud, Léa Seydoux, Bruno Todeschini
  • Regisseur(e): Jessica Hausner
  • Format: Dolby, PAL
  • Sprache: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Französisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Studio: Euro Video
  • Erscheinungstermin: 14. Oktober 2010
  • Produktionsjahr: 2009
  • Spieldauer: 95 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (9 Kundenrezensionen)
  • ASIN: B003UTZ4LS
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 19.686 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

VideoMarkt

Christine ist von Kindheitstagen an den Rollstuhl gefesselt. Sie lässt sich zu einer Pilgerreise nach Lourdes überreden, auch wenn sie dem Wunderglaube skeptisch gegenüber steht. Im Gegensatz zu einigen der anderen kranken Mitreisenden erwartet sie nichts von den diversen Anwendungen wie dem Baden oder dem Berührend der Felsen der Grotte. Doch sie findet Gefallen an einem der Begleiter ihrer Gruppe, einem Freiwilligen des Malteserordens, der sich rührend um sie kümmert. Dann geschieht tatsächlich ein Wunder.

Produktbeschreibungen

Hauptfigur des Films ist eine gelähmte Frau, Christine: wir sehen die Reise durch ihre Augen, ihr durch die Bewegungsunfähigkeit eingeschränktes Blickfeld ist unser Fenster zur Welt, durch das wir ihre Sehnsucht nach menschlicher Gemeinschaft und Nähe erleben. Ihr durch die Krankheit verändertes Leben hat sie in eine unfreiwillige Isolation gezwungen, die sie überwinden möchte. Sie sehnt sich danach, wieder dazu zu gehören, alles tun zu können, was die anderen so problemlos können, normal zu sein. In Maria, einer jungen Malteserin und Christines Betreuerin, findet sie das Bild ihrer Vergangenheit und eine neue Hoffnung erwacht in ihr; Maria begleitet Christine in die Bäder und zu den Prozessionen. Aber Marias Jugend sehnt sich nach ihresgleichen, manchmal versucht sie dem Anblick der Krankheit zu entkommen, sich zu amüsieren und Christine beobachtet diese Welt der Anderen sehnsuchtsvoll, während sich nun Frau Hartl ihrer annimmt.
Frau Hartl ist eine ältere Pilgerin, die zwar kein körperliches Gebrechen hierher bringt, aber von ihrer lebenslangen Einsamkeit gequält ist, die sie hier lindern möchte. Ihre wortlose Leere wartet darauf gefüllt zu werden, durch eine Aufgabe, durch einen Sinn, den sie nun darin findet, für Christine zu beten - und ihr Gebet wird erhört: Tatsächlich kommt es im Verlauf des Aufenthaltes zu einer Besserung von Christines Zustand bis hin zu einer Heilung, Christine kann wieder gehen. Das Wunder wird nun vor dem Ärztekommitee in Lourdes geprüft - die Ergebnisse dieser Prüfung sind fraglich, da Christines Krankheit die Möglichkeit schubhafter Besserungen wie Verschlechterungen kennt.
Während

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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Peter Samol TOP 1000 REZENSENT
Format:DVD|Von Amazon bestätigter Kauf
Anders als in einigen Vorankündigungen behauptet, handelt es sich bei diesem Film keineswegs um eine Komödie. Auch nicht um eine Tragikomödie. Der Film wirkt vielmehr wie eine ethnographische Studie. Wie ein Forscher, der sich zu einem Stamm Eingeborener begibt und das dortige Geschehen mit unvoreingenommenem Interesse verfolgt, nimmt der Zuschauer aus der Kameraperspektive an der Handlung Teil. Sicher gibt es einige Momente die man lustig finden kann: ein kleinwüchsiger Pilger, der mit seinem elektrischen Rollstuhl blitzschnell durch die Räume flitzt; eine Marienstatue auf der Wartebank vor dem Bad, die irgendwie störend wird, indem sie Besuchern einen Platz wegnimmt; das frisch aus einem Wasserhahn gezapfte Krüglein heiligen Wassers, das über einen Kopf ausgegossen wird. Aber meist wäre Lachen fehlplatziert, wenn nicht gar schäbig. Es wäre ein Lachen ÜBER die Teilnehmenden und keines MIT ihnen. Auch ist die Hauptprotagonistin, die nahezu vollständig gelähmte MS-Kranke Christine - anders als im Kurztitel geschildert - keineswegs skeptisch dem Wallfahrtort gegenüber eingestellt. Nur verhält sie sich im Gegensatz zu manch anderem Pilger eher still und abwartend.

Komisch ist der Film eher in einem nichtlustigen Sinne. Die Verrichtungen der Wallfahrer wirken seltsam nüchtern. Das Warten vor dem Bad, das Anzünden der Opferkerzen, das Aufsuchen der Höhle in welcher die Erscheinung geschah, die Teilnahme am Gottesdienst vollziehen sich im Ambiente einer seltsam trist anmutenden Ästhetik. Uniforme Sitzgruppen im Speisesaal, die auch durch große quadratische Blümenkübel nicht wirklich aufgelockert werden, die schweren dunkelbraunen Holzvertäfelungen passen zur Monotonie der Fürbitten, in denen auch beherzte und authentische Ansprachen mit einem immer gleichen "Wir bitten dich, erhöre uns!" erwidert werden. Das wird kitschig konterkariert durch die Kirchenanlage im Zuckerbäckerstil à la Sacré Couer, die aber die kühle Professionalität des routinemäßig betriebenen Wallfahrtsortes nicht wirklich aufzuheben vermag. Hinzu kommen die Uniformen des Malteser-Ordens. Männer sehen darin mit ihren Barretten wie Mitglieder eines Wachdienstes aus, die Frauen mit ihren Kopfhauben wie Nonnen. Aber offenbar handelt es sich bei ihnen nicht im strengen Sinn um Ordensleute, sondern zu großen Teilen um ehrenamtliche Laien. Es sind junge Männer und Frauen, die sich in ihrer Freizeit durchaus auch schon mal miteinander vergnügen.

Im Film geschieht das Wunder. Christine kann sich wieder bewegen und beginnt sogar zu laufen. Eine Spontanremission, die medizinisch zumindest ungewöhnlich ist, wenn nicht gar ein echtes Wunder. Für Christine ergeben sich ganz neue Perspektiven. Aber was ist mit den anderen Pilgern? Was mit jener schwer behinderten jungen Frau, die mit ihrer Mutter jedes Jahr nach Lourdes kommt? Was mit dem alten Herrn (ebenfalls im Rollstuhl), der das ganze Jahr über entsetzlich einsam ist? Fast alle haben fester an die Möglichkeit einer Heilung geglaubt als Christine. Erfolgen Heilungen aufgrund einer unerfindlichen göttlichen Lotterie? Der Pfarrer redet sich heraus: "Wichtig ist, dass die Seele heilt und wir Gott näher kommen." Die Wallfahrer geben sich damit zufrieden. Aber wieso sind dann die Rollstuhlfahrer in Lourdes so stark überrepräsentiert? Der Film selbst beantwortet keine Frage. Er stellt sie vielmehr und lässt sie unbeantwortet im Raum stehen. Am Ende weiß der Zuschauer nicht einmal, ob Christines Heilung anhalten wird. Hat ihr Sturz kurz vor dem Abspann etwas zu bedeuten? Lässt sie sich anschließend nur aus Müdigkeit wieder in ihrem Rollstuhl nieder? Und wird sie wieder daraus aufstehen? Es wird abgeblendet und die Fragen bleiben offen.

Der Film ist gleichermaßen für Katholiken, andere Christen, Andersgläubige, Atheisten und nicht zuletzt auch für Agnostiker geeignet. Der österreichischen Regisseurin ist es gelungen einen Film zu machen, der weder Wundergläubige noch Skeptiker in ihrer Auffassung bestätigt, aber beide auch nicht vor den Kopf stößt. Er wertet nicht, sondern zeigt nur. Freilich, die offenen Fragen muss man aushalten können. Ganz nebenbei sei hier am Rande vermerkt, dass kein Katholik dazu verpflichtet ist, an irgendwelche Wunder in Lourdes, Fatima oder anderswo zu glauben - außer dem Grundwunder der Menschwerdung und Auferstehung Jesu Christi (Manfred Lütz). Die österreichische Synchronisation birgt einen gewissen Charme. Der Dialekt ist nicht zu hart, so dass man jedes Wort verstehen kann. Aber die typisch österreichische Eleganz in Satzmelodie und Aussprache dürfte dem französischen Original wohl eher gerecht werden als eine hochdeutsche Variante.
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9 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Martin Ostermann TOP 500 REZENSENT
Format:DVD
Zunächst scheint der Inhalt des Films genau zu seinem Titel zu passen, denn der gesamte Film spielt ausschließlich im französischen Marienwallfahrtsort Lourdes. Auch der Verlauf der Geschichte ist keineswegs so überraschend: Eine an Multipler Sklerose erkrankte junge Frau nimmt an einer von den Maltesern organisierten und begleiteten Pilgerreise nach Lourdes teil und erlebt am eigenen Leib (scheinbar) eine Wunderheilung. Dieses Ereignis provoziert bei ihr wie auch bei ihren Mitreisenden widersprüchliche Gefühle.
Solch eine Geschichte erwartet man vom Wallfahrtsort, der dafür berühmt ist, dass viele kranke Menschen dort schon geheilt worden sind. Worauf viele Zuschauer wohl weniger vorbereitet sein dürften, ist die Art und Weise, wie diese Geschichte erzählt und in Bildern verarbeitet worden ist. Schon von Beginn an (gezeigt wird die Ankunft im Speisesaal des Pilgerzentrums in Lourdes) wirkt der Film eher kalt und stark distanziert und man hat den Eindruck an einer Versuchsanordnung mitzuwirken: Man nehme eine Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen setze sie mit ganz unterschiedlichen Motiven in einem berühmten Wallfahrtsort ab und schaue, was dann passiert. Wer sich auf diese Art von Erzählhaltung einlässt, erlebt einen großartig inszenierten Film auf hohem intellektuellem Niveau, der sicher nicht die Realität in Lourdes abbilden möchte, sondern der die Frage stellen will, was Menschen im Umfeld von Glaube und der Sehnsucht nach Glück eigentlich vorantreibt. Hier ist dem Film vor allem zugute zu halten, dass diese Frage durchaus kurweilig, mit sehr feinem Humor, aber immer in Respekt vor dem individuellen Glauben aufgeworfen wird. Hier wird sich nicht über Wallfahrten oder die Hoffnung auf Wunder lustig gemacht (bestenfalls über Wallfahrtstourismus und das unvermeidliche Geschäft mit demselben), sondern es wird nach dem 'Dazwischen' gesucht, was Glaube, Hoffnung und Liebe so faszinierend erscheinen lässt.
Die Frage, ob tatsächlich ein Wunder stattgefunden hat, muss schließlich jeder Zuschauer selbst beantworten und wenn während des abschließenden Festes zum Ende der Gruppenwallfahrt beim Tanzabend das Lied "Felicita" (= Glück) gesungen wird, bleibt auch dann die Frage offen, was nun eigentlich dieses Glück im Leben bedeutet und wieviel davon gerade offenbar geworden ist.
Lourdes dient im Film von Jessica Hausner (Hotel) als paradigmatischer Ort des Glaubens, der ganz aus der Hoffnung heraus lebt. Es besteht kein Interesse an einer gefühlsduseligen Wohlfühlgeschichte, sondern an der radikalen Anfrage nach dem Grund von Glaube und Hoffnung.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Budweiser
Format:DVD
Relativ spät habe ich mir diesen Film angesehen. Da ich "Hotel" und "Lovely Rita" bereits gesehen habe, erkenne ich einige Merkmale der handschrift Jessica Hausners. Es ist interessant "zwischen den Zeilen" zu lesen. Lourdes ist eben ein Pilgerort mit seiner "Pilgerindustrie" und den dazugehörigen Menschen. Das wird deutlich an den Szenen, wo die (für mich unangenehme) Sterilität der Pilgerherbergen gezeigt wird: Die kühle Atmosphäre im Speisesaal, der Neonlicht-Charme der Schlafräume und das verhärmte Gesicht der Malteserin, die mehr Verantwortung trägt. Glaube ist eine gewisse Voraussetzung, die mitgebracht werden soll. Ist Glaube vorhanden? Bei den Malteser-Helfern? Bei den raunzenden alten Damen? Bei den Priestern? Die Antwort des Pfarrers, was die Heilung betrifft ("Wichtiger ist die Heilung der Seele"), klingt seltsam inhaltslos. Oder ist sie berechtigt? Wie wird es mit Christine weitergehen, fragen wir uns nach dem Film? Ist tatsächlich eine Heilung geschehen? War es die zurückhaltende Christine, welche durch ihre Offenheit für das Unerwartete eigentlich mehr Voraussetzungen für eine Heilung mitbringt als die meisten der anderen gezeigten Personen? Dass Heilungen geschehen können, wird in diesem Film nicht in Frage gestellt. Aber es werden viele Menschen gezeigt, von denen man sagen kann: Gut gemeint ist oft das Gegenteil von gut und heilsam. Man fühlt sich erinnert an die Schwierigkeiten, die jenen wiederfahren, die im Neuen Testament von Jesus geheilt werden. Ein Film von einer der Religion distanziert gegenüberstehenden Regisseurin, der einen mit Fragen entlässt.
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Unter dem starken Eindruck der so eben abgespielten DVD schreibe ich diese Rezension. Was in diesem Film wie aus der Beschreibung hervorgeht "schreiend komisch" sein soll, kann ich... Lesen Sie weiter...
Vor 17 Monaten von Günter Walther veröffentlicht
Fern der Realität
Die Handlung des Films ist fern der Realität von Lourdes.
Ein Ort des Gebets ist automatisch ein Ort der Freude, die in diesem Film gänzlich unterschlagen wird. Lesen Sie weiter...
Vor 19 Monaten von LiebesBissChen veröffentlicht
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