Kurzbeschreibung
Louise Bourgeois Film Kunst handelt nicht von Kunst, Kunst handelt vom Leben, so Louise Bourgeois. Diese Aussage interpretierend, blickt die Dokumentation LOUISE BOURGEOIS hinter die Arbeiten der Grande Dame der zeitgenössischen Kunst, beschäftigt sich mit der Biografie der 1911 in Frankreich geborenen Bildhauerin, ihren Gedanken und Ängsten. Der Film kehrt vertraute Perspektiven um und visualisiert die Werke aus dem Blickwinkel der Künstlerin. Das daraus resultierende Bild hinter dem Bild eröffnet ein neues, ganz persönliches Erleben ihrer Arbeiten. Interviews mit Weggefährten, Künstlern, Galeristen und Kuratoren sowie ein Streifzug durch die Schaffensvielfalt komplettieren in verzahnten Erzählweise die Dokumentation.
Rezension
Auftritt Louise Bourgeois: steinalt, winzig klein, getrieben von Schlaflosigkeit und einem rastlosen Zwang zur Produktion. Die Künslterin, die zu den ganz großen Bildhauern der Gegenwart zählt, deren Werk längst einem breiten Publikum bekannt ist, behauptet energisch: Ich vergebe nicht und ich vergesse nicht! Bourgeois macht in dieser Dokumentation deutlich, dass das Vergnügen und die Freude am Zusammensein mit der Mutter, das Glück also, ganz wesentlich ihr Werk motiviert. Damit akzentuiert dieses sensible Portrait ihre kreative Biografie gegen die übliche Annahme, die Abrechnung mit dem Vater, von dem sich Louise Bourgeois mit ihrer Heirat nach New York distanzierte, sei die große Triebkraft ihres Werks. Amerika gab ihr also die unabdingliche Freiheit, nicht zu vergeben und nicht zu vergessen. (taz, Brigitte Werneburg)