Halb acht Uhr, die Sonne geht auf. Der kleine Louis springt aus dem Bett - mit einem klaren Tagesprogramm vor Augen: Der Dreikäsehoch möchte ans Meer. Gilt es nur noch seinen Vater von diesem Vorhaben zu überzeugen, der (natürlich) noch tief und fest vor sich hinschnarcht.
So die Ausgangslage zum beinahe zeitgleich erschienenen Delisle-Band «Louis am Strand», der nach dem Vorgängeralbum «Louis am Strand» mit einem Augenzwinkern, aber durchaus authentisch aufzeigt, wie Kinder im Vorschulalter ticken - überbordende Fantasie inklusive. Delisle ist ein einfühlsames Porträt seiner Vater-Sohn-Beziehung in vielen kleinen quadratischen Panels in Farbe gelungen, wobei er auch mit Seitenhieben gegen sich selbst nicht spart (faul und höchstens beim Anblick barbusiger Badenixen temporär zu Energie findend). Ein nettes Supplement zur formidablen Reisetagebuch-Trilogie. Nicht mehr und nicht weniger. Weshalb die beiden Alben der Reihe jedoch als «Comics für Kinder im frühen Lesealter» vermarktet werden, bleibt ein Rätsel. (Comic-Check)