Mit:
Louis Prima, Sam Butera, Gia Maione, Lou Sineaux, Frank Frederico, Dave Winstein, Woody Herman, Joe Segreto, Will Friedwald, Ron Cannatella, Nick Tosches, Bruce Raeburn, Leon Prima, Madeline Prima, Louis Prima Jr., Lena Prima
Producer: Joe Lauro
Bues Sea Productions / Von Image Entertainment
Sprechen wir über Entertainer die sich selbst immer treu waren und blieben. Sprechen wir über Louis Prima.
Was, den kennen Sie nicht? Glauben Sie mir, Sie kennen ihn. Es sei denn Sie sind bisher durchs Leben gekommen ohne auch nur einmal King Loui (sie merken die Namensverwandtschaft?) aus dem Dschungelbuch singen zu hören oder Songs wie "Just a gigolo" zur Kenntnis zu nehmen.
Nun hat auch dieser berühmte, aber doch oftmals von vielen nicht gekannte Sänger und Trompeter es auf eine DVD, namens "Louis Prima The Wildest" geschafft. Ob es sich für Sie lohnt, diese DVD zu erstehen oder ob Sie die ca. 15-20¤ anderweitig anlegen sollten, möchte ich Ihnen im Folgenden gerne beschreiben.
Zur Ausstattung:
Das Louis Prima-Paket besteht aus besagter Dual-Layer DVD im PAL (2) -Format (kurzum: auf Dual Layer-DVDs passt mehr rauf, als auf eine normale) in einer Standard-DVD-Hülle, der ein 3-seitiges kleines Heft beiliegt, das ein paar Hintergrundinfos enthält. Das Heft, wie auch die gesamte DVD sind in englischer Sprache. Optional können Sie diese nicht altersbeschränkte DVD auch mit deutschen, französischen, italienischen oder spanischen
Ansehen. Die 80 Minuten der DVD gliedern sich in 16 "Tracks", die in einem mehrseitigen Menü wie bei jeder normalen DVD üblich angewählt werden können. Die Herausgeber verzichten, abgesehen von den Untertiteln auf jegliche DVD-Extras wie eine 2. Tonspur, Bilder und ähnliches. Schade.
Zum Ton und Video:
Wie bereits beschrieben, muss sich der Zuschauer mit Englisch als Sprachspur begnügen. Der Ton erklingt durchgehend und unveränderbar in Dolby Digital Mono. Es erscheint logisch, das keine weiteren Wahlmöglichkeiten existieren, da die Aufnahmen entsprechend alt sind (Ca. von 1920-1970). Der Ton entspricht der Aufnahmequalität von Anno dazumal und geizt leider mit einem ordentlichen Klängen; Gerade bei Gitarren-, Schlagzeug- und Basspiel.
Die Videoqualität ist ähnlich der Tonqualität und verbessert sich mit zunehmender Jahreszahl und der einhergehenden Verbesserung der Aufnahmen. Somit Paaren sich Schwarzweiß-Aufnahmen der 20er, 30er und 40er Jahre mit den ersten Farbaufnahmen der 50er und den verbesserten Farbaufnahmen danach.
Zum Inhalt:
Louis Prima - The Wildest führt den interessierten Zuschauer, begleitet von Kommentaren von Freuden und Familienangehörigen durch das Leben eines Weltklassemusikers, den viele auf einer Stufe mit Tony Bennett und Frank Sinatra nennen. Ein Schelm, wer im Angesicht der Instrumentenwahl, der Songs und mancher Mimik an Satchmo Louis Armstrong denkt. Zuerst schien es mir zumindest so, das er diesem doch arg glich, was sich nach dem Anschauen der DVD für mich jedoch relativiert hat. Begleitet von vielen tollen Songs (wie "Just a gigolo", "Cé la luna", "Old black Magic", "China Town", "Please no squeeza da banana", "When youre smiling", "Sing, Sing Sing" (dieser Song stammt übrigens aus der Feder des Altmeisters), "All night long", "Oh, Marie", "Night Train","I want you" und weiteren) führt die DVD durch das Leben des Entertainers und begleitet den Zuschauer von der italienischen Heimat nach New Orleans und bis Las Vegas.
Louis, der Sohn, einer italienischen Sängerin bekam sein Talent schon früh in die Wiege gelegt, festigte es im musikalischen Zusammenspiel mit seinen Geschwistern (er spielte damals noch Geige) und wurde nach seinen ersten Jahren in der Hauptstadt des Jazz, New Orleans mit seinem Charme, Charisma und seiner Fähigkeit einfach er selbst zu sein zur Legende. Der fröhliche Einzelgänger und Liebling der Frauen, der seinen italienischen Wurzeln selbst treu blieb, als sich Italien Nazi-Deutschland anschloss, fand sich bald darauf mit Keely Smith und später mit Gia Maione zusammen, mit denen er über die Jahre erfolgreich auf Tournee ging. Aus der Ehe mit letzterer gingen auch die Kinder Louishervor, die die DVD kommentieren.
Leider bleibt dem Zuschauer auch nicht von den Schicksalsschlägen verschont, die letztlich zum Tode Louis Primas führten.
Fazit:
Auch wenn Video und Audio nicht recht zu überzeugen wissen und der Umfang samt Ausstattung sehr sparsam ausfällt, lohnt es sich für jeden, der sich für Jazz und Musik im Stile von Tony Bennett und Frank Sinatra interessiert, sich dieses Kleinod der Musikgeschichte anzuschaffen. Gerade die Konzertmitschnitte mit einem immer gut gelaunten und auf schrägste in Mimik, Gestik, Gesang und Trompetenspiel improvisierenden Louis Prima machen diese DVD trotz Technikmängel sehenswert. So macht es viel Spaß sich ein Duett mit Keely Smith anzusehen. Denn die beiden ergänzen sich aufs beste; er mit seiner guten Laune, seinem wilden umhergetanze und seiner spitzbübigen Art und Weise und Keely, die (frei nach dem "Dead Pants"-Image, das Louis ihr angedeihen lies) noch bei den witzigsten Matenten ihres Gegenübers nur still dasteht und mit ihrer Stimme zu überzeugen weiß.
Die DVD leidet letztlich nur unter der miesen Ausstattung und der Qualität der technischen Umsetzung. Deshalb nur 3 Sterne. Für diesen genialen Entertainer würde ich 5 Sterne geben, jedoch soll ja hier die DVD bewertet werden ;)