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Lou Andreas-Salomé: Der bittersüße Funke Ich
 
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Lou Andreas-Salomé: Der bittersüße Funke Ich [Gebundene Ausgabe]

Kerstin Decker
4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
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  Alle Preisangaben inkl. MwSt.
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
  • Verlag: Propyläen Verlag (27. Oktober 2010)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3549073844
  • ISBN-13: 978-3549073841
  • Größe und/oder Gewicht: 22 x 14,4 x 3,6 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.4 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (5 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 29.395 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Produktbeschreibungen

Pressestimmen

»Lou Andreas-Salomé hat ein eigenwilliges Leben geführt. Wie reich an Erfahrungen es gewesen ist, das zeigt diese Biografie. Ein hervorragend geschriebenes Buch und eine Entdeckung.« RBB/Stilbruch, Margarete Kreuzer, 21.10.2010 »Kerstin Decker […] setzt gekonnt auf Empathie und vergegenwärtigt ein außergewöhnliches Leben und Denken mit den Mitteln von erlebter Rede und Präsens. Es ist vor allem Deckers sprühende Sprachlust, die dieses Buch zu einem Lesevergnügen macht.« Frankfurter Rundschau, Oliver Pfohlmann, 13.12.2010 »Es sind […] solche prägnanten Kommentare, die Deckers Werk über Lou Andreas-Salomé, ihren Lebensgang und ihre Gedankenwelt, ihren Freiheitsdrang und ihre Affären zum Lesevergnügen machen. […] Ganz nach Art der kapriziösen Lou wechselt die Autorin von der szenischen Darstellung zur analytischen Durchdringung, von der empatischen Emphase zur distanzierten Ironie.« Süddeutsche Zeitung, 12./13. Februar 2011   »Kerstin Decker schreibt mit federnder Leichtigkeit und leiser, dezenter Ironie. Schon nach den ersten Sätzen ist man gefangen. Und bleibt es auch auf den nächstendreihundert Seiten. […] Schöner, virtuoser kann man sich ein Lou-Portrait kaum denken.« Neues Deutschland, 15.12.2010

Kurzbeschreibung

War sie Muse oder Monstrum? Den Männern schien sie beides. »Du warst der Abgrund, der mich verschlang«, schrieb Rilke. Den Heiratsantrag des Orientalisten Friedrich Carl Andreas nahm sie unter der Bedingung an, nie das Bett mit ihm teilen zu müssen. Ihre Liebhaber wählte sie selbst. Vor allem aber schrieb sie bis heute beeindruckende Bücher über Ibsen, Nietzsche, Rilke, über Jesus und Gott, über Weiblichkeit, Erotik und »Psychosexualität«. Sie war das Paradebeispiel der emanzipierten Frau, stand der Emanzipation jedoch skeptisch gegenüber. Jenseits aller Klischees gelingt es Kerstin Decker zum ersten Mal, das noch immer rätselhaft, ja widersprüchlich erscheinende Wesen dieser Frau überraschend einheitlich zu deuten, im Sinne einer tiefen Menschlichkeit.

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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Autorin ihres Daseins, 6. März 2011
Von 
Heike Geilen (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Lou Andreas-Salomé: Der bittersüße Funke Ich (Gebundene Ausgabe)
"Du gehst zu Frauen? Vergiss die Peitsche nicht!"

Vielleicht wäre die "kleine Wahrheit" aus dem Kult-Buch "Zarathustra" des Philosophen Friedrich Nietzsche, diese "böse Handlungsanleitung für gekränkte frauenbesuchende Männer nie geschrieben worden, hätte er nicht das Mädchen getroffen, dem er jetzt mit so starken Absichten entgegengeht.", schreibt die auf erstklassige Künstlerbiografien spezialisierte Kerstin Decker. Das Mädchen ist die 21-jährige Lolja Salomé, die dem "Übermenschen", dem "Hochgebirgsdenker" begegnet ist und ihn in einen nahezu magischen Bann zieht. Lou Andreas-Salomé avanciert zu seiner "Glaubensgenossin", seinem "Geschwistergehirn", einer "Inkarnation seines Übermenschenideals". Sie scheint Nietzsches "personifizierte Philosophie" zu sein. Er macht ihr mehrfach einen Heiratsantrag und sie lehnt ihn immer wieder ab. Sie stürzt ihn in tiefste Depressionen, bleibt aber dennoch für sein restliches Leben mehr oder weniger mit ihm verbunden.

Im "Zarathustra" wird Nietzsche der Welt verkünden, dass "das Weib zur Erholung des Soldaten" sei. Doch von "Lou Andreas-Salomé werden sich noch viele zu erholen haben. Diese Frau wird auf Dauer wenig Begabung zeigen für das Rollenfach ihres Geschlechts. Sie steht, im Sinne Nietzsches, jenseits von Gut und Böse, diese Vokabeln erreichen sie nicht.", so die Autorin. Männer waren in ihren Leben stets etwas Höheres, Elementareres als ein Lehrer oder ein Mann je sein könnte. Sie waren ihr Heimat. Und zuweilen gab sie diese auch weiter. Der 21-jährige René Maria Rilke, der Name Rainer wurde ihm von Lou verliehen, fühlte sich ein Leben lang mit der 15 Jahre Älteren seelisch verbunden. Er war auch der erste, der sich körperlich mit ihr vereinen durfte. Ihrem angetrauten Ehemann gelang dies zeitlebens nicht.

Was hatte diese Frau an sich? Ihr überaus starkes Selbstbewusstsein, das sich bereits in frühester Kindheit entwickelte, kann es nicht allein gewesen sein. Welche Faszination ging also noch von dieser mit einem unglaublichen Intellekt gesegneten, russischen Generalstochter aus, die "in fast ärgerlicher Weise schon immer vorweg weiß, was kommt, und worauf es hinaus soll.", wie es ihr langjähriger, nicht minder verzweifelter Freund Paul Reé einmal treffend formulierte. Lou Andreas-Salomé bewohnt nicht wie die meisten Menschen "ebenerdige geistige Ein- bis Dreizimmerapartments; ihr Denken ist platzgreifend...". Vielleicht hat Nietzsche gar nicht so unrecht gehabt mit seinem Theorem von der "vollkommenen, bedingungslosen Hingabe" des Weibes. In Lous Fall, so Kerstin Decker, "hat er nur die entscheidende Konkretion vergessen: unbedingte Hingabe ja, aber an sich selbst, an die eigene Zukunft. (...) Lou von Salomé war der General ihres Lebens."

Kerstin Decker folgt den biografischen Spuren dieser faszinierenden Persönlichkeit. Sie baut "Gedankenschiffe" und umsegelt ganz im Sinne ihrer Protagonisten deren geistige Welt. Eingewobene Romanauszüge der Autorin Lou sowie Gedichte und Briefe ihrer Verehrer bilden einen wertvollen und ergänzenden Teil einer durch und durch feinfühligen, wenn auch nicht leicht zu lesenden, herausfordernden, aber unglaublich bereichernden Biografie auf höchstem Niveau. Gleichzeitig legt die Autorin ein sehr gut recherchiertes Werk vor und bringt alles in einen kohärenten Zusammenhang. Gedanken und Gefühlen der Personen, die nicht auf tatsächliche Zeitzeugnisse zurückzuführen sind, nähert sich Decker behutsam an, wägt ab, variiert. Nie zwingt sie ihre Interpretation auf, sondern erzeugt eine Art literarischen Schwebezustand, so dass der Leser sich eigenständig positionieren kann.

Entstanden ist eine Biografie, die sich durch Tiefe und Substanz auszeichnet sowie den kompromisslosen Lebensentwurf der exzentrischen "Autorin ihres Daseins" wunderbar nachverfolgen, ihn nahezu selbst erleben lässt. Kerstin Decker arbeitet den Kern Lou Andreas-Salomés feinfühlig heraus. Sie lässt den Leser teilhaben an deren ganz ungewöhnlichem Wesen, "von ganz kindlicher Reinheit und Lauterkeit des Sinns und zugleich wieder von unkindlicher, fast unweiblicher Richtung des Geistes und Selbständigkeit des Willens und in beiden ein Diamant (...) Ein Diamant der funkelt, aber er ist undurchdringlich. Kein Stein ist härter als er." In gewissem Sinne war diese ungewöhnliche Frau die legitime Vorfahrin der Kinder des frühen 21. Jahrhunderts.
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21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen Eine außergewöhnliche Frau, 7. November 2010
Rezension bezieht sich auf: Lou Andreas-Salomé: Der bittersüße Funke Ich (Gebundene Ausgabe)
Anlässlich des 150. Geburtstages von Lou Andreas-Salomé erschien eine neue, von Kerstin Decker geschriebene Biographie. Mein Interesse für das Leben dieser ihre Freiheit liebenden Frau wurde geweckt, als ich erfuhr, welch großen Einfluss sie auf den Dichter Rilke hatte. Es ist nicht die erste Beschreibung des Lebens von Lou Andreas-Salomé, die ich gelesen habe, aber es ist die umfassendste. Ich schätze die Art und Weise, in der die Autorin aus dem Leben der "widersprüchlich erscheinenden" Frau erzählt und bin froh über die zahlreichen Zitate aus Lou Andreas-Salomés Werken, Tagebüchern und Briefen.
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17 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen selbstständig denkende Frauen sorgten für Aufsehen, 14. November 2010
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Lou Andreas-Salomé: Der bittersüße Funke Ich (Gebundene Ausgabe)
Wer war sie denn nun wirklich . diese Louise Andreas - Salome? Vor 150 Jahren wurde die Russin geboren und erschreckte die genialen Geister ihrer Zeit durch eigenständiges Denken.

Kerstin Decker hat der rätselhaften, weil widersprüchlichen Frau, über die sich die Männerwelt nicht einig werden konnte, ob sie nun eine Muse oder gar ein Monstrum sei, mit diesem Buch ein Denkmal gesetzt. Einfühlsam beschreibt die promovierte Philosophin das Leben der Lou Andreas - Salome und streut eine Vielzahl ihrer Tagebucheintragungen in das Buch hinein, so dass der Leser den Eindruck hat, sie würde selbst aus ihrem Leben plaudern.

1861 wurde Louise in St. Petersburg geboren. Aus Gewissensgründen verweigert sie mit 17 Jahren die Konfirmation. Später studiert sie in Zürich und veröffentlicht ihr Buch "Im Kampf um Gott". Von Russland wird sie ihr ganzes Leben lang nicht loskommen. Als sie im Februar 1937 in ihrem Haus in Göttingen stirbt hat sie ein reiches Leben gelebt, dass voller Begegnungen und Erlebnissen war, die sie geprägt haben und in denen sie vor allem den Männern jener Zeit Gedankenanstöße gegeben hat, wie es für eine Frau jener Zeit nicht üblich war.

Egal ob Friedrich Nietzsche, Rainer Maria Rilke oder Gerhart Hauptmann und viele andere waren von ihrer Klugheit und ihren Reizen fasziniert.
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