Produktinformation
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| Disk: 1 | |||
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| 1. Going Home | |||
| 2. A-1 Funk | |||
| 3. Every Step Of The Way | |||
| 4. Black Magic Woman | |||
| 5. Gypsy Queen | |||
| 6. Oye Como Va | |||
| 7. Yours Is The Light | |||
| 8. Batuka | |||
| 9. Xibaba (She-Ba-Ba) | |||
| 10. Stone Flower (Introduction) | |||
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| Disk: 2 | |||
| 1. Mantra | |||
| 2. Kyoto (Drum Solo) | |||
| 3. Castillos De Arena Part 2 (Sand Castle) | |||
| 4. Incident At Neshabur | |||
| 5. Se A Cabo | |||
| 6. Samba Pa Ti | |||
| 7. Mr. Udo | |||
| 8. Toussaint L'overture | |||
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Die Zeiten sind vorbei. Wie einfach hat man es doch mit der Doppel-CD. Aufmachen, einlegen, einmal wechseln, fertig. Trotz allem ist das CD-Set überraschend vollständig. Das beiliegende Faltblatt enthält auf 35,5 x 31,5 cm immerhin 17 von 22 Bildquadraten der LP, wenngleich stark verkleinert und teils angeschnitten, passend zum Trend zur Miniaturisierung. Da bleibt uns nichts anderes übrig, als der Musik - die immerhin komplett ist - ungeteilte Aufmerksamkeit zu widmen. Sie lohnt sich.
Entstanden sind die Aufnahmen bei Konzerten in Osaka am 3. und 4. Juli 1973. Mit einer japanischen Ansage beginnt das Album dann auch. Was folgt, ist einmalig. So klang Santana weder vorher noch nachher. Die Jazzfusion der Ära "Caravanserai" bis "Borboletta" hat einer teils erdig-funkigen, teils sphärisch-entrückten Musik Platz gemacht. Einen ersten Höhepunkt, das wuchtige "Every Step Of The Way" von "Caravanserai", erkennt man kaum wieder, so hat sich sein Gewand verändert, obgleich der Kern durchaus erhalten blieb. Was ist bloß in Carlos und seine Band gefahren, fragt man sich, fröhlich mitwippend. Keyboards werden beinahe als Vibraphon eingesetzt. Carlos' Gitarre schnarrt dreckig vor sich hin. Bass und Percussion zaubern einen dichten Rhythmusteppich. Für diese Melange eine Schublade zu finden, überlasse ich anderen.
Wenn Sie dachten, "Black Magic Woman", "Gypsy Queen" und "Oye Como Va" zu kennen, dann hören Sie sich diese Versionen an. Hier finden Spielfreude und Lust an der Improvisation zueinander. "Waiting" würde, hieße es nicht so, nicht unbedingt in Verdacht geraten, mit dem gleichnamigen ersten Titel des ersten Santana-Albums identisch zu sein. Grandios ist es trotzdem. Und - ich greife vor - beim vorletzten Titel, auf den LPs noch "Savor" genannt, hat man wohl gemerkt, dass er mit dem Original nun wirklich nichts mehr zu tun hat, so dass man ihm für die CDs gnädig den Titel "Mr. Udo" gab. Aber es ist doch völlig egal, wie die Songs heißen, solange sie nur gut sind.
"Castillos De Arena Part 1" kann beinahe die auf einem gut besuchten Festival von Jimi Hendrix verfremdete Nationalhymne einer unbewohnten Karibik-Hallig sein. Irgendwie spannend, was Santana hier abliefert. Das ein wenig an tibetanisches Gebet erinnernde "Mantra" ist vor allem deshalb interessant, weil es auf der im Oktober 2003 veröffentlichten Extended Edition von "Welcome" erstmalig als Bonus-Studioversion erschienen ist. Endlich, dreißig Jahre später. Bis dahin kannte man es eben nur von "Lotus". "Kyoto" ist ein ausgedehntes Schlagzeugsolo von Michael Shrieve (wären die Aufnahmen in Deutschland entstanden, hätte man es vielleicht - äääh - "Aachen" genannt). Und "Incident At Neshabur", mit seinen typischen Tempowechseln eines der intensivsten Stücke, übersteigt mit knapp sechzehn Minuten bereits das Gesamtrepertoire mancher Teenie-Retortenband. Bei "Se A Cabó" hört man - seinen Ohren kaum trauend - sogar mal wieder eine Art Gesang, der sonst auf "Lotos" fast völlig fehlt, ohne wirklich vermisst zu werden. Von "Samba Pa Ti" können wir die wohl längste Fassung genießen (8:56). Das bereits erwähnte "Mr. Udo" strahlt dank der jodelähnlich-kehligen Stimmakrobatik von (vermutlich) Leon Thomas eine exotische Faszination aus, und "Toussaint L'Overture" bildet, wie später bei "Moonflower", einen würdigen Abschluss.
"Lotus" ist jedenfalls ein in die abwechslungsreiche Geschichte von Santana schwer einzuordnendes Album. Sehr eigenständig und unvergleichlich. Ein Juwel für Fans, seinerzeit reichlich progressiv. Aus heutiger Sicht bildet es eher den Abschluss der kreativsten, religiös-inspirierten und seelenvollsten Phase Santanas. Worüber keineswegs jeder Fan traurig war. Immerhin sollten die Alben "Amigos", "Festivál" und "Moonflower" folgen. Selbstverständlich hat "Lotus" fünf Sterne verdient.
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