Als erstes fiel mir auf, dass der Autor mit der Kommasetzung und der Unterscheidung zwischen "das" und "dass" auf dem Kriegsfuß steht. Auf jeder Seite etwa 10 Fehler dieser Art. Naja, dachte ich mir, es geht ja um mathematische Inhalte, da kommt es auf die Grammatik nicht so sehr an. Als dann allerdings die ersten Berechnungsfehler auftauchten (Tabelle S. 23, die Chancen vermindern sich nach jeder Ziehung um 2% statt 1%), wurde ich auch bezüglich des Inhaltes unsicher. Und siehe da, auch die Grundidee ist eine kombinatorische Tautologie (dazu noch unfachmännisch und schwer verständlich erläutert). Der Autor stellt rechnerisch fest, dass man eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit habe, wenn man alle 6er Kombinationen z.B. aus den 10ern, 20ern, 30ern und 40ern auswähle, anstatt nur aus den 10ern. Das stimmt natürlich, weil die Zahl der möglichen Kombinationen im ersten Fall exorbitant höher ist. Dann schließt Herr Guzda aber daraus, dass man auch höhere Gewinnchancen habe, wenn man seinen persönlichen 6er aus dem erstgenannten größeren Zahlenpool bildet. Das ist natürlich eine unzulässige Folgerung, weil sich damit an der Ziehungswahrscheinlichkeit eines einzelnen Sechsers nichts ändert. Damit leider keine neuen Erkennntisse für den Weg zum Lottokönig...:-((.
Man kann natürlich fragen, weshalb ich mir als jemand, der mit Wahrscheinlichkeitsrechnung vertraut ist, das Buch überhaupt gekauft habe. Nun, ich habe mir vor etlichen Jahren schon einmal selbst darüber Gedanken gemacht, dass die Zufälligkeit des Zahlenlottos vielleicht doch nicht ganz so zufällig ist. Insbesondere war ich damals auf der Spur dass bestimmte 3er-Kombinationen gehäuft zusammen auftreten, möglicherweise bedingt durch die physikalischen Grenzen der Ziehungsmaschine (die sich im Lauf der Jahre allerdings verändert hat.) Insofern hatte ich mir neue Erkenntnisse in dieser Richtung erhofft. Leider vergeblich. Also keine Empfehlung!