Lotte will Prinzessin sein und unbedingt - trotz eisiger Kälte und gestresster Mutter - an diesem Montag Morgen ihr Prinzessinenkleid anziehen. Als Mutter einer damals 4-Jährigen habe ich beim Hören dieser Geschichte Tränen gelacht: ja, so ist das auch bei uns! Meine Tochter war sich der Komik der beschriebenen Situation wohl weniger bewusst ('so doof sind Mütter eben!'), aber hat sich a) über meine Belustigung amüsiert und b) fröhlich bei den Liedern mitgesungen ("est ist nicht k-k-k-k-kalt, es ist ganz w-w-w-w-warm - nur Miesepeter schaun aufs Thermometer...").
Die zweite Geschichte erzählt Lottes Angst vor den Monstern, die sie abends immer besuchen, und die ihre Mutter natürlich nicht sehen kann. Diese Geschichte war meiner Tochter zunächst ganz unheimlich, jetzt mit 5 hat sie jedoch schon etwas Abstand gewonnen und hört gerne zu. Die Geschichte beschreibt ganz realistisch und mit Humor ebenso wie die erste das Aufeinandertreffen von zwei Weltern: die der Erwachsenen und die der Kinder. In beiden Geschichten ist Lotte die Stärkere: das Prinzessinenkleid wird sie tragen, und die Monster managt sie schliesslich auch ganz alleine. Die Lieder dazu sind witzig und lockern nicht nur auf, sondern laden zum Mitsingen ein.
Zu bemerken sei, dass Väter in keiner Geschichte auftauchen: in beiden Geschichten handelt es sich um Zwiegespräche zwischen einer Mutter und ihrer Tochter. Und wenn die erste Geschichte wohl tatsächlich genre-spezifischer ist (Mädel und die Klamotten), so trifft die zweite Geschichte auch alltägliche Situationen/Ängste von Jungen.