Das Buch ist ein aufrüttelndes Buch. Nicht nur, weil es die Mißstände in dem kriminellen Kinderhandel aufzeigt, sondern auch über das Leid berichtet, was einer Familie, einer Mutter angetan wird, wenn man ihr neugeborenes Kind wegnimmt und einem jeder Schritt verwehrt wird, es jemals wieder zu bekommen.
Verlag und Lektorat ist ein großes Lob auszusprechen, wie sie ein optisch ansprechendes und emotional so tiefgreifendes Werk zum Thema Auslandsadoption bewerkstelligt haben. Die junge Autorin ist ihren eigenen Weg gegangen, hat sich trotz Widerstände, manches Mal auch aus den eigenen Reihen, nicht davon abringen lassen, ihre leibliche Mutter Fatima zu finden.
Teils ist man regelrecht berührt, teils schockiert, welch verschlungenen Wege doch das Schicksal für einen Menschen bereit hält. Anisha Mörtl ist den mutigen Weg gegangen, mehr über ihre Vergangenheit und ihre Herkunft zu erfahren. Sie stellt sich dabei u.a. auch die Frage, ob sie froh sein soll, in einem finanziell abgesicherten Zuhause in Deutschland aufgewachsen zu sein, oder ein ärmliches Leben hätte leben müssen, wie es zahllose Mädchen und junge Frauen in ihrem Alter in Ländern wie Indien haben, denen sich keine Alternativen für ein sorgenfreies Leben bieten. Doch zurecht fragt sie sich auch, ob so ein Leben es rechtfertigt, von seiner leiblichen Mutter fortgenommen zu werden.
Dank an die Autorin und den Verlag, diesen spannenden und sehr persönlichen Bericht einem breiten Publikum zu präsentieren. Empfehlenswert!