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Lost verschwendet keine Zeit und kommt gleich in der Pilotfolge unumwunden zur Sache. Ein Flugzeug stürzt auf dem Weg von Sydney nach Los Angeles in den Pazifik. Nur 48 Passagiere überleben und finden sich auf einer Insel mitten im Nirgendwo wieder. Wie der englische Titel der Serie verrät, sind sie im wahrsten Sinne des Wortes verloren. Hat man anfangs noch die Hoffnung von einem Suchtrupp gerettet zu werden, muss man bald realistischerweise erkennen, dass man den Rest seines Lebens im Paradies gestrandet ist. Doch damit nicht genug. Die Insel selbst, so erfährt man nach und nach, hat ihre eigene Geschichte, ihr eigenes Innenleben. Es gibt einen mysteriösen Funkspruch, der sich seit 16 Jahren endlos wiederholt und es deutet vieles darauf hin, dass die Überlebenden nicht die einzigen Bewohner des Eilands sind.
Wenn man irgendwann auf das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends zurückblickt um sich die Frage zu stellen, welche Fernsehserien die Dekade geprägt haben, dann könnte man durchaus bei Lost landen. Bereits nach einer Staffel hat die Show bei Fans wie Kritikern einen kolossalen Wirbel verursacht. Zum einen liegt das an dem paradiesischen Drehort auf einer hawaiianischen Insel (auf der im übrigen bereits die Jurassic Park Blockbuster gedreht wurden), zum anderen ganz sicher an dem ungewöhnlichen Konzept. Von den 48 Überlebenden hat man zunächst 15 Hauptfiguren herausgegriffen, die man Folge für Folge näher beleuchtet. Dabei bedient man sich eines außerordentlich effektvollen Tricks. Während die dramaturgischen Möglichkeiten auf einer einsamen Insel eingeschränkt sind, dringt man über Flash Backs in die Vergangenheit der jeweiligen Figur ein.
Das verschafft der Serie nicht nur eine ungewöhnliche Tiefe, sondern verschiebt automatisch die Erwartungshaltungen des Zuschauers, der plötzlich einen Informationsvorsprung genießt. Aus dieser Position heraus, begreift man Schritt für Schritt Zusammenhänge, Verhaltensweisen, dramatische Konflikte. Das große Verdienst von Lost ist denn auch die sukzessive Umwandlung einer äußeren Bedrohung in das vielschichtige Portrait einer Gruppe unterschiedlicher Menschen im Ausnahmezustand. Bemerkenswert! --Thomas Reuthebuch
Das Besondere an "Lost" macht die faszinierende Kombination zwischen den Charakteren und der nur langsam voranschreiteten Story. Die Geschehnisse auf der Insel werden immer wieder von sogenannten "Flashbacks" unterbrochen, die das Leben der Gestrandeten vor dem Absturz zeigen. Schon nach einigen Folgen wird klar, dass keiner der Gestrandeten ein normales Leben geführt hat, sondern dass sie mehr oder weniger alle ein Geheimnis haben, welches sie mit auf die Insel nehmen.
Im Zentrum der ersten Staffel steht, jetzt im Nachhinein betrachtet, das Vorstellen der Charaktere. Stück für Stück lernt man sie besser kennen und Stück für Stück lernen sie sich besser kennen. Die mysteriösen Geschehnisse auf der Insel nehmen dann auch in gesundem Maase zu. Dem Zuschauer stellen sich immer neue Fragen. Und genau hier liegt die Faszination bzw. das Problem.
Der Zuschauer muss sich auf diese Serie einlassen. In der Regel werden pro Folge ruhig mal 2-3 Fragen aufgeworfen und maximal eine beantwortet. Das kann einem durchaus die Lust am Zuschauen nehmen, wenn man nicht die nötige Geduld mitbringt. Sollte man dies machen, so ertappt man sich aber ständig beim kontinuierlichen Hinterfragen und Spinnen von Theorien. Was steckt hinter all dem? Was ist das? Und das ist es, was das Faszinierende dieser Serie ausmacht. Man muß dranbleiben. "Lost" ist endlich wieder eine Serie im klassischen Sinne. Es gibt keine 40min Episode die eine in sich geschlossene Geschichte beinhaltet, sondern alles hängt miteinander zusammen und muss auch so gesehen werden. Eine Frage die irgendwann aufgeworfen wird, wird vielleicht erst 10 Folgen später geklärt. Da heiß es wachsam sein.
Die 1. Staffel braucht etwas bis sie in Fahrt kommt und hat sicher auch ihre Längen (wenn auch nur geringe), aber gegen Ende in gewinnt sie mächtig an Fahrt und belohnt den treuen Zuschauer mit einem genialen Staffelfinale, welches mehr als nur Lust auf die 2. Staffel macht, welche, soviel sei an dieser Stelle schon gesagt, noch besser als diese ist.
Der DVD-Box mangelt es an nichts. Die Ausstattung ist toll und das Bonusmaterial kann sich durchaus sehen lassen. Also der ideale Einstieg in die faszinierende Welt von "Lost".
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