Wer keine Ahnung hat vom Rätoromanischen oder Kymrischen, der wird diese Sprachen auch nicht ge- und womöglich missbrauchen. Aber Englisch... kann jeder. Oder glaubt es wenigstens. Was alles passieren kann, wenn einer seine Englischkenntnisse krass überschätzt, das hat fast jeder schon mal beobachtet. In Zeiten des Internet gehören einige Klassiker der Übersetzungs-Katastrophen schon zum Allgemeingut, und nicht nur das "body bag" beim Survival (!)-Spezialisten garantiert hierzulande makabre Heiterkeit auf offener Straße.
Man sollte es mit den Vokabeln fremder Zunge nämlich halten wie mit Hunden: Nur die anfassen, die man kennt. Das gilt auch für englische Hunde und erst recht für die englische Sprache. "Lost in Translation" belegt diese These mit vielen herrlichen linguistischen Bauchlandungen aus aller Welt, nach Themen geordnet: Innerhalb französischer Flughäfen darf man seinen Peacemaker nicht überallhin mitnehmen (People with peace-maker do not pass), in Südkorea hält man Bäder für Truthähne schonmal im dritten Stock bereit, auf den Kanarischen Inseln bekommt man den Service, den man verdient... und in Neuseeland (!) ist man immerhin vor gebrauchter Nahrung sicher. Nur in Nairobi sollte man sich vorsehen: "Costumers who find our waitresses rude ought to see the manager." Hinzu kommen in einem eigenen Kapitel bemerkenswerte Funde auf den CD- und Videohüllen von Raubkopien aus Fernost.
Aber nicht nur Bösewichte outen sich; ebenso geben brave Ladenbesitzer in Touristenzielen ihr bestes ("I slaughter myself twice daily"). Andere Saiten ziehen, wie nicht anders zu erwarten, amtliche Schreiben und Formulare auf.
Und dann wird noch, zwischen all den übersetzten Bauchlandungen, immer wieder das Rätsel als solches eingestreut: "Pause now you are in shortly, stop". Das können nur noch ein dienstfertiger französischer Pensionsinhaber und das Bewerbungsschreiben eines Italieners in London überbieten; beider englischer (?) Hochseil-Akrobatik ist zu lange, um sie hier zu zitieren, aber nicht zu lange, um sich vor Lachen über die Ärmsten auf dem Boden zu wälzen.
Die Leser werden es schon bemerkt haben: Die Herausgeber unterscheiden leider nicht zwischen komischen Vokabel- oder Tippfehlern ("peace-maker" statt "pacemaker", "Turkey bath" statt "Turkish bath"), wie sie sogar im Mutterland der englischen Sprache vorkommen können, und schrägen oder sogar rätselhaften Konstruktionen selbsternannter Englischkundiger. Ein kleiner Hinweis im Vorwort, und das Ganze wäre perfekt. Aber sich schadenfroh über die Schattenseiten einer allgegenwärtigen Weltsprache und ihrer selbsternannten Experten zu amüsieren, das kann man mit diesem Buch prima.
In diesem Sinne:
If you understand English, press 1.
If you don't understand English, press 2.