...und zwar jene, die sich SF nur zu Unterhaltungszwecken ansehen, also Marke Star Wars, Matrix oder eben diesen Film - und jene, die stets nachvollziehbare Stories und eine Handlung mit Hand und Fuß erwarten. Die Rezensionen auf dieser Seite sind voll mit Verfechtern beider Lager.
Offen gestanden, ich persönlich gehöre zu beiden Seiten, ich schaue mir Solaris an und denke über die Problematik nach, die eine virtuell erstellte Versuchung und deren schiere Untrennbarkeit von der Realität darstellt (Matrix läßt ebenfalls nett grüßen), aber dann wiederum setze ich mich auch ungerührt hin und lasse einfach mal 120 Minuten Popcorn-Kino zu, visuell überwältigend und hohl wie eine Glühbirne.
Lost in Space ist so ein Film. Visuell in (fast) jeder Szene toll, story-mäßig einfachstes Zeichentrickfilm-Niveau, eine schrecklich nette Familie, ein tollkühner intergalaktischer Held (der auch in Toy Story eine Rolle bekommen hätte, garantiert) und ein archetypischer Bösewicht, dem die Schlechtigkeit geradezu aus allen Poren tropft.
Dazu eine Lovestory in bester Mainstream-Manier (toughe Girlies gehören ja spätestens seit Tomb Raider zur Grundausrüstung des Kintopp) und die obligatorischen genialen Kiddies, die zwar Zeitmaschinen aus Topfdeckeln konstruieren, jedoch jedem noch so blöden Sympathie-Heuchel-Angriff durch einen sinistren Bösewicht auf dem Leim gehen (Gary Oldman in seiner steten Paraderolle, die er am besten kann).
Habe ich etwas vergessen? Oh ja, das unkaputtbare Wunderraumschiff, mit dem man sogar mitten durch Planeten hindurchfliegen kann, mit Turbo und wunderprächtig gülden anzusehen. Weltraummonster, Knuddelaliens, Zeitreisen vor und zurück, doppelt vorhandene Personen (jedoch temporal getrennt) und ein zugegeben nervig tolerantes Eltern-Ehepaar, die ebenfalls nicht wissen, wohin sie ihre Genialität noch überall hinstecken sollen.
Klingt das Blöd? Ist die Story kindisch? Ist das Niveau eher etwas für den Disney Channel? Darauf ein dreifaches JA! Aber das alles ist völlig egal, denn es geht hier um UNTERHALTUNG! Popcornkino, der Film wollte auch nie etwas Anderes sein als genau das. Und in diesem Licht betrachtet gibt es kaum einen weiteren Film, der dermaßen mit tollen Bildern und Helden wie aus der guten alten Flash Gordon Zeit aufwarten kann. Wer Star Wars mag - zugreifen!!! Wer lieber über Solaris grübelt, Hände weg!!! Ich jedenfalls mag den Film: Als hirnfreie, aber tolle Unterhaltung ohne visuelle Makel. Fünf Sterne für den Film, den Unterhaltsamkeitsfaktor und die Optik, null Sterne für die Intelligenz und die lineare Storyführung.