Lost Heaven (englischer Titel: The Dangerous Lives of Altar Boys)
Dieser Film besticht durch eine geschickte Vermischung mehrerer Handlungsebenen. Auf der einen Seite wird das Leben eines Jungen (der in jeder Szene vorkommt, ohne aber selbst Erzähler zu sein) über mehrere Tage dokumentiert, in denen allerdings sehr viel passiert: Schulsuspendierung, erster Kuss, Tod des besten Freundes. In diese Haupthandlung sind mehrere Episoden, bzw. Aspekte integriert. Zum Einen das Verhältnis der beiden Freunde Francis und Tim: der Eine ist ein Träumer, der andere Realist; so ist es nur allzu logisch, dass der Träumer im Ende, bei der Erfüllung seiner „großen Tat" stirbt - durch seinen Tod aber die Kraft, die er selbst nicht hatte, weitergeben konnte (dafür steht die Verlesung bei seiner Trauermesse und das „Heiligtum" ganz im Ende). Auch die Handlung, die die Beziehung von Francis und seiner Freundin (sehr gut gespielt von Emile Hirsch) porträtiert, zeigt deutlich die, ohne darüber Worte zu verlieren, die Macht von Gefühlen über Gedanken; der Film schweigt sich hier schön aus, ob nun sie ihren Bruder, oder der sie vergewaltigte (sie behauptete beides) und zeigt das diese Frage unbedeutend ist - weil sie sich lieben. Die Comic-Einlagen beeindrucken indessen weniger, sind wohl aber recht gut gezeichnet, scheinen mir nur nicht in den Film zu passen. Ungeachtet davon, ist hier ein wunderschöner und tiefsinniger Film über das Erwachsenwerden gelungen. Schade, dass der Film so gut wie unbekannt ist.